Für Australien und Ägypten ging es im direkten Duell darum, nationale Fussball-Geschichte zu schreiben. Das gelang den Pharaonen um Superstar Mohamed Salah – und zwar auf dramatische Weise.
Ägypten um Superstar Mohamed Salah hat mit dem ersten WM-K.-o.-Rundensieg auf dramatische Weise nationale Fussball-Geschichte geschrieben. Der siebenmalige Afrika-Cup-Gewinner setzte sich im Sechzehntelfinale gegen Australien mit 4:2 im Elfmeterschiessen durch und steht nach 92 Jahren wieder im Achtelfinale einer Weltmeisterschaft. Die Endrunde 1934 hatte damals direkt mit dem Achtelfinale begonnen.
Den entscheidenden Elfmeter im Dallas Stadion vor 70'244 Zuschauern verwandelte Hossam Abdelmaguid. Für das Elfmeterschiessen hatte Australiens Trainer Tony Popovic kurz vor Ende der Verlängerung den erfahrenen Torhüter Mathew Ryan für den bis dahin starken Patrick Beach eingewechselt – das zahlte sich nicht aus. Nach der regulären Spieldauer und der Verlängerung hatte es 1:1 gestanden.
Zuvor hatte Emam Ashour (13. Minute) mit seinem zweiten Turniertreffer für die ägyptische Führung gesorgt. Australien kam durch ein Eigentor von Mohamed Hany (55.) zum Ausgleich, es war bereits sein zweites Eigentor bei diesem Turnier.
Der zuvor angeschlagene Salah blieb dagegen weitestgehend wirkungslos, beim Elfmeterschiessen behielt er aber die Nerven.
Ägypten trifft im Achtelfinale auf den Sieger der Partie zwischen Argentinien mit Ausnahmekönner Lionel Messi und Aussenseiter Kap Verde. Australien muss dagegen weiter auf den ersten K.-o.-Runden-Sieg bei Weltmeisterschaften warten.
Vor dem Spiel bangte ganz Ägypten um den Einsatz seines Superstars: Salah hatte sich im letzten Gruppenspiel gegen den Iran (1:1) den Oberschenkel gezerrt. Salah stand dann aber doch in der Startelf – aber zunächst nicht im Mittelpunkt.
Australien begann die Partie mutig. In der 5. Minute nahm sich Cristian Volpato ein Herz und zog nach einer schnellen Drehung aus rund 25 Metern ab – der Ball streifte die Latte. Kurz darauf musste der ägyptische Verteidiger Ramy Rabia in höchster Not im Strafraum gegen Jordan Bos retten.
Ägypten ging dann mit der ersten gefährlichen Aktion in Führung – und das überraschenderweise durch einen Kopfball nach einer Flanke: Die in der Luft eigentlich so starken Australier liessen Ashour zu viel Platz, und der Offensivspieler köpfte zum 1:0 ein.
Der Führungstreffer gab den Ägyptern spürbar Selbstvertrauen, sie übernahmen zunehmend die Kontrolle über das Spiel und liessen Ball und Gegner laufen. Wirklich zwingend war das Team dabei aber nicht, der neu in die Startelf gekommene Omar Marmoush und auch Salah bekamen in der Spitze nur wenig verwertbare Bälle zugespielt. Und Australien? Wurde nach der Trinkpause wieder etwas mutiger. Ein Schuss von Aziz Behich war aber zu unplatziert (35.).
Nur wenige Sekunden nach dem Seitenwechsel hätte Marmoush bei seiner ersten Grosschance für das 2:0 für Ägypten sorgen müssen, doch er verzog. Danach erhöhte Australien etwas Druck und war um den Ausgleich bemüht. Gefahr resultierte aber fast nur nach Standards – doch das reichte: Nach einem Freistoss von der linken Seite köpfte der Ägypter Hany den Ball ins eigene Tor.
Danach verflachte die Partie wieder. Die Bedeutung des Spiels war beiden Teams anzumerken, kaum jemand wagte ein grösseres Risiko. Dementsprechend spielte sich fast alles zwischen den Strafräumen ab. Erst am Ende der regulären Spieldauer machte Ägypten Druck, Rabia scheiterte mit einem Kopfball am glänzend reagierenden Australien-Keeper Patrick Beach (90.+3).
Salah wirkte nun deutlich agiler und kam kurz nach Start der Verlängerung zu einer guten Chance, doch er schoss den Ball weit über das Tor. Auch danach trieb der Offensivstar sein Team an und war an mehreren guten Aktionen beteiligt.



Hossam Abdelmaguid

Lucas Herrington

Mohamed Salah

Awer Mabil

Rami Rabia

Jackson Irvine

Mahmoud Saber

Harry Souttar