Nach Kovac-Out

Bayern mit Kommunikationschaos – «Brazzo» macht kuriose Satz-Dublette

SB10/dpa

4.11.2019

Sportdirektor Hasan Salihamidzic liess sich offenbar Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge inspirieren.
Bild: Getty

Bayern München sorgt bei der Bekanntgabe der Trennung von Niko Kovac für ein Kommunikationschaos. Mittendrin ist Sportdirektor Hasan Salihamidzic, der mit einem altbekannten Zitat verwundert.

«FC Bayern trennt sich von Niko Kovac» lautete die erste Version des Statements, welches der deutsche Rekordmeister auf der vereinseigenen Website, in den sozialen Kanälen und per Pressemitteilung verbreitete – nachdem die Trennung bereits an die Medien durchsickerte.

Wie «sport1» berichtet, war zwar darin von einer «einvernehmlichen Trennung» die Rede, die erste Version der Mitteilung deute aber daraufhin, dass der Impuls von Seiten der Bayern-Bosse kam.

Aus der Zeile «FC Bayern trennt sich von Niko Kovac» sei «FC Bayern und Niko Kovac trennen sich» in der zweiten Version gemacht worden. Ein kleiner, aber feiner Unterschied. «Kovac hatte dem FC Bayern München seinen Rücktritt als Trainer angeboten» wurde dort ebenfalls hinzugefügt – also freiwilliger Rückzug statt Entlassung. Der Verein gab ein «technisches Problem» als Grund für die zweite Version an, welche einige Minuten später an die Medienvertreter verschickt wurde, ehe man schliesslich noch eine dritte Variante nachreichte.

Bei Niko Kovac müsste innerhalb weniger Stunden ein Meinungsumschwung stattgefunden haben. Nach dem 1:5-Debakel in Frankfurt gab er sich noch kämpferisch: «Ich habe im letzten Jahr nicht aufgegeben und werde auch jetzt nicht aufgeben.» Am Sonntag soll er zudem seine Spieler mit den Worten «bis Dienstag» verabschiedet haben.

Zwei Rauswürfe, ein Satz: Kuriose Satz-Dublette bei Bayern-Erklärung

Passend zum verwirrenden PR-Auftritt von Bayern München war auch die Erklärung von Sportdirektor Hasan Salihamidzic, der sich auf der Vereinswebsite folgendermassen zur Trennung von Kovac äusserte: «Ich erwarte jetzt von unseren Spielern eine positive Entwicklung und absoluten Leistungswillen, damit wir unsere Ziele für diese Saison erreichen.»

Skurrilerweise wurde Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge 2017 bei der Freistellung von Trainer Carlo Ancelotti vom Rekordmeister mit einem sehr ähnlichen Satz zitiert: «Ich erwarte jetzt von der Mannschaft eine positive Entwicklung und absoluten Leistungswillen, damit wir unsere Ziele für diese Saison erreichen.» 

Der Verdacht liegt also nahe, dass sich «Brazzo» der «Copy-Paste-Methode» bedient hat. Immerhin wäre es ein Ideen-Klau aus dem eigenen Haus. Wobei aus der Säbenerstrasse derzeit nicht die schlüssigsten Pläne zu kommen scheinen.

Niko Kovac ist nicht mehr Bayern-Trainer.
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Rummenigge erteilt Bayern-Profis Zwei-Siege-Auftrag

Karl-Heinz Rummenigge erteilte heuer einen Zwei-Siege-Auftrag an seine Angestellten. «Die Leistungen und auch die Resultate unserer Mannschaft haben in den vergangenen Wochen nicht den Erwartungen entsprochen. Wir haben jetzt eine wichtige Woche vor uns mit dem Champions-League-Spiel am Mittwoch gegen Olympiakos Piräus, wo wir uns mit einem Sieg für das Achtelfinale qualifizieren wollen. Am Samstag erwartet uns dann mit dem deutschen Clasico gegen Borussia Dortmund ein sehr wichtiges Spiel in der Bundesliga, das es auch zu gewinnen gilt», so Rummenigge.

Weniger konkret äusserte sich der 64-Jährige auf Nachfrage zur Neubesetzung des Cheftrainer-Postens, möglichen Kandidaten und einem Zeitfenster bei der Suche. Zu «Gerüchten und Spekulationen» nehme er keine Stellung, sagte Rummenigge. Zumindest gegen Piräus und den BVB soll der bisherige Kovac-Assistent Hansi Flick als Interimscoach fungieren. «Hansi Flick geniesst unser Vertrauen, und ich denke, dass er im Moment genau der richtige Mann ist», erklärte Rummenigge. Zu einer möglichen längeren Chefzeit von Flick sagte er nichts.


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