Warnung nach Cup-Krimi YB-Captain Benito: «Die Rote Karte war sicher ein Gamechanger»

sda

28.2.2025 - 09:00

Loris Benito: «Die Rote Karte war definitiv ein Gamechanger»

Loris Benito: «Die Rote Karte war definitiv ein Gamechanger»

Loris Benito und Yanick Brecher über den Einfluss der Roten Karte auf den Cup-Knüller zwischen dem FCZ und YB.

28.02.2025

Fünf Siege aus den letzten sechs Spielen: Die Young Boys scheinen sich auf dem Weg zurück zu alter Dominanz zu befinden. Captain Loris Benito mahnt zur Vorsicht.

Keystone-SDA, sda

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Die Young Boys überstehen den Cup-Viertelfinal beim FC Zürich trotz zweimaligem Rückstand und ziehen dank eines 3:2-Erfolgs in den Halbfinal ein. 
  • Loris Benito freut sich nach dem Spiel über den Sieg und sagt: «Besonders wichtig ist, dass die Automatismen wieder da sind.»
  • Dennoch hebt der YB-Captain den Mahnfinger. Alles stimme bei den Bernern, die gegen den FCZ nach einer umstrittenen Roten Karte lange in Überzahl agieren können, noch nicht. 

Oft musste Benito in den letzten Monaten hinstehen und den Medien Antworten auf schwierige Fragen liefern. Der Captain musste Niederlagen einschätzen, die teils lustlosen Auftritte rechtfertigen oder den allgemeinen Leistungsabfall des Serienmeisters erklären. Lange Zeit gab er Durchhalteparolen aus, zwischenzeitlich wirkte er aber auch ratlos.

Wie befreiend muss es für ihn gewesen sein, als er am Donnerstag in den Katakomben des Zürcher Letzigrunds wieder einmal Fragen zu den Erfolgen der letzten Wochen beantworten konnte? Der 3:2-Sieg nach zweimaligem Rückstand beweist, dass die Berner zu alten Qualitäten zurückgefunden haben. «Die Auftritte sind in diesem Jahr wieder dominanter, wir haben einen klaren Matchplan und eine gute Struktur», sagt Benito. «Besonders wichtig ist, dass die Automatismen wieder da sind.»

Der «Gamechanger» in der 35. Minute

Es ist offensichtlich: Die Verpflichtung von Trainer Giorgio Contini und die Winterneuzugänge Christian Fassnacht, Rayan Raveloson und Chris Bedia haben bei YB etwas bewirkt. Von einer Rückkehr zu alter Dominanz zu sprechen, sei aber noch viel zu früh, betont der 33-jährige Verteidiger. Dafür seien die Leistungen noch zu unbeständig. «Früher hat man schon vor dem Spiel gemerkt, dass es für den Gegner sehr schwer wird. So weit sind wir noch nicht, aber ich wünsche mir, dass wir wieder dahin kommen.»

Der Platzverweis in der 35. Minute spielte in diesem Cupfight zweifellos eine entscheidende Rolle. Die Rote Karte kam zu einem Zeitpunkt, als das Momentum gerade gewechselt hatte. Die lange zurückhaltenden Zürcher waren endlich aktiver geworden und durch Steven Zuber in Führung gegangen. «Das Gegentor hat uns kurz aus dem Konzept gebracht», gibt Benito zu. «Die Rote Karte war deshalb sicher ein Gamechanger.»

Ob der Trikotzupfer von Rodrigo Conceição an Filip Ugrinic wirklich rotwürdig war, ist im Nachhinein eine müssige Frage. «Solche Zupfer gehören zu einem Zweikampf dazu, aber wenn Filip dadurch aus dem Gleichgewicht kommt und nicht mehr abschliessen kann, ist es ein Foul», fasst Benito zusammen. Solche Situationen muss man sich jedoch auch erarbeiten. Schon vor dieser Szene war YB einige Male gefährlich im Strafraum der Zürcher aufgetaucht.

Rodrigo Conceição sieht die Rote Karte

Rodrigo Conceição sieht die Rote Karte

Beim Cup-Viertelfinal zwischen dem FCZ und YB sieht Rodrigo Conceição erst die Gelbe Karte, dann nimmt Schiedsrichter Urs Schnyder seinen Entscheid nach Intervention des VARs zurück und zeigt Rot.

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Am Schluss zählt nur der Sieg

Alles stimmt bei den Bernern noch nicht. Benito erwähnt die mangelnde Effizienz und die defensiven Aussetzer bei den beiden Gegentoren. «Wenn wir mit einem Mann mehr spielen, müssen wir das Spiel sauberer zu Ende spielen», mahnt er. «Aber am Ende zählt im Cup nur der Sieg.» Und in der aktuellen Verfassung gewinnt YB solche Spiele wieder.

Im Cup-Halbfinal wartet mit dem FC Biel aus der Promotion League das vermeintlich leichteste Los. Und in der Meisterschaft können die Berner am Sonntag an gleicher Stätte gegen die Grasshoppers den nächsten Schritt zur alten Dominanz machen.



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