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Belgien schlägt Senegal dank VAR-Penalty in der 125. Spielminute
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Irre Wende und spätes Drama

Belgien schlägt Senegal dank VAR-Penalty in der 125. Spielminute

00:25

Die Belgier sind mit eineinhalb Beinen draussen, doch dann kommt gegen Senegal die Aufholjagd. Ein Elfmeter in der Verlängerung entscheidet. Nun bekommen De Bruyne und Co. das nächste Spiel in Seattle.

DPA

DPA

01.07.2026, 21:41•02.07.2026, 01:25

Belgiens goldene Fussball-Generation hat ein fulminantes Comeback hingelegt und den nächsten heftigen Tiefschlag mit grosser Moral abgewendet. Das Team um Doppeltorschütze Youri Tielemans gewann sein WM-Sechzehntelfinale gegen Senegal in Seattle nach Zwei-Tore-Rückstand noch mit 3:2 nach Verlängerung und ist trotz eines über weite Strecken schwachen Auftritts ins Achtelfinale eingezogen.

Mittelfeldspieler Habib Diarra (24. Minute) und Ismaila Sarr (51.) hatten die Afrikaner vor 66'925 Fans im Football-Tempel der Seattle Seahawks in Führung gebracht. In der Schlussphase wurde es dann hektisch. Romelu Lukaku (86.) und Tielemans (89.) sorgten für den Ausgleich.

In der Verlängerung verwandelte erneut Tielemans (120.+5) einen Foulelfmeter. Das vorangegangene Foulspiel war minutenlang via Videobeweis überprüft worden. Im Anschluss legte sich Pathé Ciss vor den Elfmeterpunkt und verzögerte zusätzlich die Ausführung der letztlich spielentscheidenden Szene.

Am kommenden Montag (Ortszeit) wartet – erneut in Seattle – das Achtelfinale auf das Team von Belgiens Trainer Rudi Garcia.

Ekstase bei Belgien nach dem späten Siegtreffer durch Tielemans.

Ekstase bei Belgien nach dem späten Siegtreffer durch Tielemans.

www.imago-images.de

Tielemans und Trossard schreien sich an

Senegal sah bis zur 85. Minute aus wie der sichere Sieger und wurde dann durch das Anschlusstor von Lukaku verunsichert. Bei den Belgiern hatten sich Leandro Trossard und der spätere Torschütze Tielemans während der zweiten Halbzeit bereits angeschrien, ehe doch noch die unerwartete Wende in einem verrückten Fussballspiel gelang.

Für Senegal ist es knapp ein halbes Jahr nach dem denkwürdigen Afrika-Cup-Finale, das die Nation gegen Marokko auf dem Rasen gewann und erst später am grünen Tisch verlor, der nächste heftige Rückschlag.

Sarr erwischt den Pfosten

20 Grad und bewölkter Himmel sorgten in Seattle für bestes Fussballwetter – das aber von Anfang an nur eine Nation nutzte. Senegal um den ehemaligen Bayern-Star Sadio Mané gab direkt den Ton an und drückte den Favoriten in die eigene Hälfte.

Kurios wurde es nach einer Viertelstunde, als Senegals WM-Rekordtorschütze Sarr gleich zwei Chancen zur Führung hatte. Zunächst traf der Profi von Crystal Palace den Pfosten und stolperte dabei auf dem Rasen. Dann versuchte Sarr im Liegen, den Ball über die Linie zu drücken, traf aber nur das Aussennetz.

De Bruyne und Co. ohne Tempo

Belgiens Spielvortrag erinnerte in Halbzeit eins ein wenig an die deutsche Mannschaft, die vor zwei Tagen im Elfmeterschiessen an Aussenseiter Paraguay gescheitert war. Das Team von Trainer Rudi Garcia wirkte ideenlos und ohne das nötige Tempo. Besonders Spielmacher Kevin De Bruyne leistete sich immer wieder einfachste Fehler bei Zuspielen.

Das Führungstor der Afrikaner war eigentlich nur eine Frage der Zeit – und so kam es. Nach einer Flanke von Mané kam Sarr per Kopfball zum Abschluss und traf erneut den Pfosten. Doch diesmal prallte der Ball glücklich nach vorn ab, sodass Mittelfeldspieler Diarra zur verdienten Führung einschoss. Belgien kam über Jeremy Doku (43.) und Maxim De Cuyper (45.) zu zwei Abschlüssen, doch Senegals Torhüter Mory Diaw reagierte jeweils stark.

Garcias Wechsel überraschen

Nach der Pause sollte Diaw, der erneut den verletzungsbedingt fehlenden Edouard Mendy vertrat, eigentlich mehr gefordert sein. Denn Belgien brachte Sturmtank Lukaku, der beim 5:1 gegen Neuseeland mit einem Tor und einem Assist als Joker überzeugt hatte. Doch stattdessen spielte weiter das Team in Grün und durfte nach Sarrs spektakulärer Volleyabnahme ein zweites Mal jubeln.

Dann nahm Garcia in De Bruyne und Doku auch noch die beiden eigentlich wichtigsten Offensivspieler heraus und brachte Dodi Lukebakio. Es wirkte wie ein Doppelwechsel aus Verzweiflung – und so sah es auch lange aus.

Erst in der Schlussphase kamen die Belgier wie aus dem Nichts zum 1:2 durch Lukaku, der auf Vorlage Thomas Meunier verkürzte. Dann gelang Tielemans der umjubelte Ausgleich, ehe sich Belgien in der Verlängerung durchsetzte. Lamine Camaras Einsatz gegen Tielemans war lange überprüft worden, schliesslich verwandelte der Gefoulte selbst.

Belgien logo

Belgien

Mittwoch
01.07.26, 22:00
3 : 2
(0:1)
Senegal logo

Senegal

Stadion: Lumen FieldSchiedsrichter: Saíd Martínez
Zuschauer: 66.925Standort: Seattle
(25.)
0:1 - H. Diarra
(51.)
0:2 - I. Sarr
R. Lukaku - 1:2
(86.)
Y. Tielemans - 2:2
(89.)
Y. Tielemans(P) - 3:2
(125.)
TickerAufstellungenWechselStatistiken
120. +12.
Fazit:
Dann ist tatsächlich Feierabend! Belgien gewinnt mit 3:2 nach der Verlängerung gegen Senegal und zieht in das Achtelfinale ein. Am Ende wissen die Roten Teufel zwar vermutlich selbst kaum, wie sie das Wunder noch möglich gemacht haben, aber das dürfte ihnen völlig egal sein. Die Teranga-Löwen führten in der regulären Spielzeit lange hochverdient mit 2:0 und schienen schon wie der sichere Sieger. Doch Belgien kam mit einem phänomenalen Schlussspurt nochmal zurück und rettete sich mit einem ganz späten Doppelschlag in die Verlängerung. In der passierte lange wenig, ehe Mbaye die beste senegalesische Möglichkeit vergab. Auf den letzten Drücker kamen dann aber auch die Belgier nochmal zu einer Grosschance. Lukébakio scheiterte zunächst an der Latte, doch nach VAR-Check gab es einen Elfmeter. Bei dem bewies Tielemans allergrösste Nervenstärke und verwandelte sicher. Mit seinem Doppelpack ist der Kapitän der Matchwinner und die belgische Freude kennt natürlich keine Grenzen. Auf der Gegenseite herrscht hingegen totale Leere. Für Senegal ist das Turnier nun vorbei. Nach dem Spielverlauf dürfte das Ausscheiden für die Teranga-Löwen besonders schwer zu begreifen sein. Für Lukaku und Co. geht es im Achtelfinale erneut in Seattle gegen den Sieger der Partie zwischen den USA und Bosnien-Herzegowina weiter.
120. +12.
Spielende
120. +12.
Pape Sarr vergibt! Nachdem Mory Diaw sogar noch die eigene Mauer zum Sichtblock von Thibaut Courtois stellte, probiert es der 23-Jährige mit dem rechten Innenrist hoch auf das Torwarteck. Sein Versuch gerät aber viel zu hoch. Das dürfte es gewesen sein.
120. +11.
Auch die Nachspielzeit ist bereits abgelaufen, aber jetzt gibt es nochmal einen Freistoss für den Senegal. Aus leicht linksversetzten 17 Metern wird es gleich den vermutlich finalen Schuss geben.
120. +10.
Belgien versucht jetzt mit allen Mann irgendwie die Führung zu verteidigen und das Comeback zu krönen. Ibrahim Mbaye kommt auf links trotzdem nochmal durch. Aus extrem spitzem Winkel schliesst er verzweifelt auf das kurze Eck ab. Thibaut Courtois ist aber auf dem Posten.
120. +6.
Durch das ganze Durcheinander im Zuge des Strafstosses gibt es in der sechsten Minute der Nachspielzeit jetzt nochmal vier Minuten oben drauf. Das ist auch ein kleines Kuriosum, aber geht absolut in Ordnung.
120. +6.
Offizielle Nachspielzeit (Minuten): 4
120. +7.
Die Senegalese sind jetzt natürlich gefragt und werfen direkt alles nach vorne. Pape Sarr haut einen Distanzschuss aber deutlich drüber.
120. +5.
Tooor für Belgien, 3:2 durch Youri Tielemans
Der Kapitän übernimmt die Verantwortung und verwandelt perfekt! Trotz all der Verzögerung und dem immensen Druck bleibt Tielemans eiskalt und schliesst nach kurzem Anlauf mit dem rechten Innenrist perfekt oben rechts in das Eck ab. Diaw ist zwar auf dem Weg zur falschen Seite, aber wäre wohl ohnehin machtlos gewesen.
120. +3.
Die Emotionen kochen jetzt hoch und es kommt am Elfmeterpunkt zu einer Rudelbildung. Das könnte sich hier noch ordentlich hinauszögern. Eine Nachspielzeit wurde auch noch nicht angezeigt. Nach dem ganz Hin und Her dürfte nach dem Elfmeter aber noch nicht Schluss sein.
12…10
12…10
Youri Tielemans

Youri Tielemans

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