Belgien-Star De Bruyne spricht von «Schande» und «Fake-Wettbewerb»

20.11.2019 - 18:10, pat

Kevin De Bruyne wirft der UEFA «Wettbewerbsverzerrung» vor.
Bild: Keystone

Der Auslosungsmodus zur EM 2020 wirft seine Schatten voraus. Belgiens Mittelfeldstar Kevin De Bruyne redet sich auf das Thema angesprochen regelrecht in Rage.

Belgien hat gerade die EM-Qualifikation beendet, zehn Spiele, zehn Siege. Mit der Weltnummer eins der FIFA-Weltrangliste ist an der Europameisterschaft definitiv zu rechnen. Auch am letzten Spieltag lassen die bereits als Gruppensieger feststehenden Belgier nichts anbrennen, fegen Zypern mit 6:1 vom Platz. De Bruyne erzielt seine Treffer drei und vier der EM-Quali. Und dennoch ist beim 28-Jährigen am Dienstagabend nach Spielschluss erst mal rein gar nichts von Vorfreude zu spüren.

Schuld daran ist der Auslosungsmodus. «Es ist eine Schande», wettert De Bruyne und weiter: «Für mich fühlt es sich wie ein Fake-Wettbewerb an.» Er ärgert sich darüber, dass beim Fussball immer mehr das «Business» im Zentrum stehe.

Belgien kennt bereits zwei von drei Gruppengegnern

Warum die ganze Aufregung? Die offizielle Auslosung der EM-Gruppen findet am 30. November statt, allerdings ist es eine spezielle Auslosung, bei der unzählige Kombinationen bereits ausgeschlossen werden können. Belgien steht mit Italien, England, Deutschland, Spanien und der Ukraine in Topf eins. Da vier dieser Nationen Gastgeber des Turniers sind, die EM im kommenden Jahr findet verteilt über zwölf Länder statt, müssen nur Belgien und die Ukraine während der Gruppenspiele reisen.

Dies wiederum hat zur Folge, dass Belgien einer Gruppe mit zwei Gastgeberländern zugelost wird. Bereits jetzt steht fest, dass Belgien aufgrund des sonderbaren Modus auf Russland und Dänemark treffen wird. Und das noch bevor ein einziges Los gezogen wurde. Belgien wartet also nur noch auf den dritten Gegner, der sich wiederum erst im März über die Play-offs ergeben wird. Dass bereits vor der eigentlichen Auslosung, die wahrlich zur Farce verkommt, so viel in Stein gemeisselt ist, stösst dem Belgier sauer auf.

Als Spieler müsse man sich damit abfinden, meint De Bruyne. Und doch wirft er der UEFA «Wettbewerbsverzerrung» vor. Das ganze Prozedere nehme der Auslosung «alle Spannung und jedes Vergnügen» weg.

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