Fehler gefunden?
Jetzt meldenBeni Thurnheer war nicht nur jahrelang die Stimme hinter der Schweizer Nati, er war auch der grosse Showmaster des Schweizer Fernsehens. Heute kann er mit den TV-Shows nicht mehr viel anfangen. Hier erklärt er, warum.
Beni Thurnheer zählt zu den ganz grossen Stars der Schweizer TV-Geschichte. Vielleicht ist er gar der Grösste – und er wird es wohl auch bleiben. Darauf angesprochen, hat ‹Beni National› eine Standard-Antwort bereit. Er sagt: «Als ich zum Fernsehen kam, hat es einen unglaublichen Aufschwung gegeben, und als ich dann aufhörte, ging es bergab. Allerdings hat das eine nichts mit dem anderen zu tun. Zwischen 1980 und 2010 war einfach die grosse Zeit des Fernsehens.»
Das mag ja sein. Doch Thurnheer hatte auch ein Repertoire wie kaum ein anderer. Er kommentierte und moderierte. Nebst dem «Sportpanorama» auch die ganz grossen Unterhaltungssendungen im Schweizer Fernsehen – erst ‹Tell-Star› dann ‹Benissimo›.
Seine ganz grosse Leidenschaft blieb aber immer der Sport. «Am liebsten habe ich immer Fussball live kommentiert», sagt er. Für ihn lag gerade in diesem Echtzeit-Kommentar der grosse Reiz.
Und das ist es auch, was ihn am heutigen Fernsehen am meisten stört. Bis auf Live-Events wie einer WM oder bei den Olympischen Spielen, passiert nichts mehr in Echtzeit. «Die heutige Fernseh-Landschaft passt mir nicht mehr, alles ist aufgezeichnet. Auch bei den Samstagabend-Shows tun sie immer noch so, als seien sie live, dabei wurden sie zwei Wochen zuvor aufgezeichnet. Da weisst du als Zuschauer schon vor der Sendung, dass nichts Aussergewöhnliches passieren wird, weil es sonst längst publik geworden wäre.»
Thurnheer gesteht: «Mittlerweile schaue ich TV so wie ich früher Radio gehört habe, ich zappe durch die Programme.» Dass der Kommentator nicht ganz so wichtig ist, hat er seit seiner Pensionierung auch gemerkt. «Manchmal gucke ich auf Italienisch und das ist mir auch egal.»
Element konnte nicht gefunden werden