Zoff bei den Franzosen Benzema über Giroud: «Man vergleicht nicht Formel 1 mit Go-Kart»

SB10

30.3.2020

Karim Benzema kritisiert in einem Instagram-Video Olivier Giroud, seinen Nachfolger im französischen Nationalteam. Die Debatte lässt sich vor allem auf die Kränkung des Real-Madrid-Stürmers zurückführen.

Didier Deschamps kannte mit Karim Benzema keine Gnade. Der 81-fache Internationale (27 Tore) wurde 2015 nach der «Sextape-Affäre», wo ihm eine Verwicklung in die Erpressung gegen den früheren Teamkollegen Mathieu Valbuena unterstellt wurde, vom französischen Nati-Trainer aussortiert.

Zwar konnte dem bei Lyon ausgebildeten Stürmer bei einer offiziellen Verbandsuntersuchung kein Fehlverhalten nachgewiesen werden, der «General» blieb jedoch hart und schloss eine Rückkehr in seiner Amtszeit kategorisch aus. So verpasste der einst als Nachfolger von Zinédine Zidane gehandelte Benzema auch 2018 den Weltmeistertitel. 

Die Position als Stossstürmer bei «Les Bleus» übernahm Olivier Giroud. Beim Triumph in Russland stand er zwar in jeder Partie auf dem Platz, schaffte es aber, in 546 Minuten keinen Schuss aufs Tor abzugeben.

Die Begründung von Benzema

Auf Instagram Live äusserte sich nun Benzema am Wochenende nicht besonders freundlich über seinen ehemaligen Nati-Kollegen Giroud: «Man verwechselt die Formel 1 nicht mit Go-Kart, und ich bin nett. Ich weiss, dass ich die Formel 1 bin.» Benzema meint: «Er hat seine Karriere. (...) Er ist auf seinem Weg und ich bin auf meinem Weg – ich denke nicht an ihn.»

Der Real-Madrid-Star machte schon in der Vergangenheit Stimmung gegen seinen Nachfolger. Der 32-Jährige hat seine Ausbootung aus dem Nationalteam offenbar immer noch nicht verdaut.

Olivier Giroud muss inzwischen keinen Platz mehr machen für Karim Benzema.
Olivier Giroud muss inzwischen keinen Platz mehr machen für Karim Benzema.
Bild: Getty

Immerhin erläutert Benzema, wieso Giroud doch ins Team passt: «Er ist gut, weil es Spieler wie Mbappé oder Griezmann gibt, die schnell sind und welche die Bereiche rund um den Mittelstürmer so ausnützen können. Er als vorderster Mann beschäftigt die zentrale Abwehr, was den beiden anderen erlaubt, sich viel zu bewegen und zu zeigen. Er blockt und es funktioniert. Es ist nicht spektakulär, er wird nichts Spezielles tun, aber er hat seine Qualitäten. Vielleicht mögen nicht alle seinen Spielstil, aber für die französische Nationalmannschaft funktioniert er gut.»

Girouds Gelassenheit

Tatsächlich hat der Chelsea-Profi die Zwangsabsenz von Benzema gut ausgenutzt und ist nun mit 39 Toren in 93 Spielen Frankreichs drittbester Torschütze. Nur Thierry Henry (51) und Michel Platini (41) liegen noch vor ihm. 

Giroud verteidigte Benzema trotz dessen Sticheleien in der Vergangenheit stets: «Ich hatte nie ein Problem mit Karim. Er gehört zu den besten Stürmern in der Geschichte Frankreichs.» Der Chelsea-Stürmer hielt fest: «Es ist auch nicht einfach für ihn, wenn wir ständig verglichen werden.»

Apropos Vergleich: Die Zahlen im Klub sprechen eine deutliche Sprache. Bei Lyon und Real Madrid schoss Benzema deutlich mehr Tore als sein Konkurrent in seinen Vereinen. Doch so lange Deschamps Girouds Arbeitsethos auf dem Feld schätzt, kann dem 33-Jährigen die Kritik egal sein. Schliesslich ist er Weltmeister geworden und Benzema nicht. Was diesen wohl mehr in seinem Stolz kränkt, als er zugeben will.

Zurück zur StartseiteZurück zum Sport