Bierhoff für Gehaltsobergrenze: «Mittelmässige Profis sind überbezahlt»

dpa

1.6.2020 - 20:49

Bierhoff spricht sich für eine Gehaltsobergrenze im europäischen Fussball aus.
Bild: Keystone

DFB-Direktor Oliver Bierhoff hat sich im Zuge der Coronavirus-Pandemie für eine Gehaltsobergrenze im Fussball ausgesprochen.

«Wenn es rechtlich umsetzbar ist und sich auch europaweit gemeinsam dazu Gedanken gemacht werden – ja. Denn am Ende sollte es unser aller Interesse sein, dass wir einen interessanten, gut funktionierenden Wettbewerb haben», sagte Bierhoff dem Nachrichtenportal «t-online.de».

Der Fussball-Europameister von 1996 sieht inzwischen eine grössere Bereitschaft für dieses Anliegen. Es seien auch die Länder bereit, darüber zu diskutieren, «die es vor der Krise nicht waren», sagte Bierhoff und sprach von den «grossen Vereinen in Spanien, England und Frankreich». Es gehe darum, wie man Ablösesummen, Gehälter oder Beraterhonorare eindämmen könne.

«Messi und Ronaldo sind nicht das Problem»

Bierhoff stört sich dabei nicht an den hohen Löhnen der Superstars. «Messi, Cristiano Ronaldo oder Jo Kimmich sind nicht das Problem. Das Problem ist die Masse an Mittelmass, die in diesem Sog mitschwimmt und in Anführungszeichen ‹überbezahlt› ist», betonte der frühere Stürmer, der durch die Krise sinkende Gehälter erwartet: «Ein mittelmässiger Bundesliga-Profi wird damit rechnen müssen, dass er demnächst weniger vom Verein angeboten bekommt.»

Bierhoff spricht aber auch eine gerechtere Verteilung der TV-Gelder an. «Da gehen wir in Deutschland schon einen recht sozialen Weg. Aber eben auch auf europäischer Ebene wäre mehr Ausgeglichenheit möglich», sagte der DFB-Direktor.

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