Der türkische Meister Galatasaray will Startrainer José Mourinho wegen Rassismus bei FIFA und UEFA anzeigen. Dessen Klub reagiert mit aller Schärfe auf diesen Vorwurf. Auch Ex-Gala-Stürmer Didier Drogba verteidigt Mourinho.
José Mourinhos Klub Fenerbahçe Istanbul hat die Rassismus-Vorwürfe gegen den portugiesischen Startrainer am Dienstag vehement zurückgewiesen. «Jeder Versuch, diese Aussage als rassistische Bemerkung darzustellen, ist völlig böswillig», heisst es in der Stellungnahme des türkischen Clubs.
Der Stadtrivale Galatasaray versuche damit, die «Tagesordnung zu verschieben und die öffentliche Wahrnehmung zu manipulieren». Fenerbahçe behalte sich selbst rechtliche Schritte gegen diese «unbegründeten Anschuldigungen» vor.
Nach dem 0:0 zwischen den beiden Istanbuler Grossklubs am Montag hatte der türkische Meister Galatasaray angekündigt, den Fenerbahçe-Trainer Mourinho wegen rassistischer Äusserungen beim Weltverband FIFA und beim europäischen Verband UEFA anzuzeigen. Der 62 Jahre alte Portugiese hatte Trainern und Ersatzspielern des Gegners bei der Pressekonferenz nach dem Spiel vorgeworfen, in einer strittigen Situation «wie Affen» am Spielfeldrand herumgesprungen zu sein.
«Diese Äusserungen können unter keinen Umständen mit Rassismus in Verbindung gebracht werden», heisst es in der Stellungnahme von Fenerbahçe. «Wie jeder vernünftige Mensch klar erkennen kann, sollte der von José Mourinho verwendete Ausdruck ausschliesslich die übermässige Reaktion der gegnerischen Mannschaft auf die Entscheidungen des Schiedsrichters beschreiben.»
Ex-Galatasaray-Stürmer Drogba verteidigt Mourinho
Didier Drogba, der zwischen 2013 und 2014 bei Galatasaray auf Torejagd ging und jahrelang unter Mourinho bei Chelsea stürmte, setzt sich auf X für seinen ehemaligen Trainer ein. «Ich habe die jüngsten Kommentare über José Mourinho gesehen. Glauben Sie mir, ich kenne José seit 25 Jahren und er ist kein Rassist. Das beweist auch die Vergangenheit und die jüngste Vergangenheit», schreibt der Ivorer. Und weiter: «Wie kann mein ‹Vater› ein Rassist sein? Kommt schon, Jungs.»
Auch der Ghanaer Michael Essien, ebenfalls ein ehemaliger Weggefährte Mourinhos, meldet sich auf X und postet ein Foto, das ihn gemeinsam mit Drogba und Mourinho zeigt. Er verziert den Post mit drei Herzen.