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Quo vadis Jonas Omlin?
IMAGO/Laci Perenyi
Die Tage von Jonas Omlin bei Borussia Mönchengladbach scheinen gezählt zu sein. Als Captain abgesetzt sowie im Mannschaftsrat keinen Platz mehr. Den Nummer-1-Posten ist er ebenso los. Es ist ein jäher Absturz für den Innerschweizer.
Kurz vor dem Bundesliga-Start legte sich Gladbach-Trainer Gerardo Seoane fest. Moritz Nicolas ist die neue und alte Nummer 1, Jonas Omlin bleibt das Nachsehen. Auch im Mannschaftsrat (u.a. mit Nico Elvedi) hat der Innerschweizer keinen Platz mehr.
«Die Eindrücke der vergangenen Wochen und Gespräche mit den bisherigen Kapitänen haben uns dazu veranlasst, die Führungsstruktur neu zu gestalten. Wir wollten neue Reize setzen, ohne alles auf den Kopf zu stellen, denn die Spieler, die nun im Mannschaftsrat stehen, sind auch vorher schon vorangegangen», wird Seoane zitiert.
In den letzten fünf Liga-Spielen durfte Omlin noch mit der Binde am Arm auflaufen. Viel Werbung in eigener Sache konnte der 31-Jährige aber nicht machen – nur einen Zähler schaute raus, insgesamt 14 Gegentore kassierte er im Bundesliga-Endspurt, wodurch die Fohlen noch auf Platz zehn abrutschten.
Es passte in die missglückte Spielzeit von ihm. Beim letztjährigen Saison-Auftakt im Sommer 2024 startete Omlin noch als Stammgoalie und Captain, nach drei Partien musste er aufgrund einer Sehnenverletzung im Unterschenkel pausieren. Sein Ersatz, Moritz Nicolas, zeigte laut Seoane «gute Leistungen» und verdiente sich so gemäss seinem Trainer «weitere Einsätze», Omlin war bis zu der Verletzung von Nicolas im Frühling offiziell nur noch Ersatz. Wegen einer hartnäckigen Schulterverletzung hatte Omlin bereits grosse Teile der vorletzten Saison verpasst.
Omlin, der 2023 aus Montpellier als Nachfolger von Klub-Ikone und Landsmann Yann Sommer geholt wurde, fiel insgesamt 335 Tage aus und verpasste so für Gladbach und die Nationalmannschaft kumuliert schon 50 Pflichtspiele.

Jonas Omlin kämpfte mit Gregor Kobel um den Posten hinter Yann Sommer.
Keystone
Es ist noch nicht allzu lange her, da lieferte sich der frühere Luzern- und Basel-Keeper mit Gregor Kobel in der Nati ein (Privat-)Duell um die Position hinter dem gesetzten (und mittlerweile zurückgetretenen) Yann Sommer. Am Ende entschied sich Trainer Murat Yakin für Kobel, Omlin durfte zwar mit nach Katar reisen, war aber nur zweiter Stellvertreter.
Vor der EM 2021 war die Hierarchie unter Coach Vladimir Petkovic noch umgekehrt – das Turnier verpasste aber Omlin danach verletzungsbedingt. In der Nati stand der Innerschweizer zuletzt im Sommer 2022 auf dem Platz. Insgesamt kommt Omlin auf vier Länderspiele.
Sein Vertrag bei Gladbach läuft noch bis 2027. Dass Omlin diesen erfüllt, ist aktuell mehr als fraglich. Vielleicht wäre ein Neubeginn die beste Lösung für alle Parteien. Schliesslich scheint Omlin in Gladbach einfach oft das Pech – in Form von Verletzungen – anzuziehen.
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