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Jetzt meldenNach dem 0:3 gegen Bayern gibt vor allem die ängstliche Taktik von Xabi Alonso zu reden. Im Champions-League-Studio kritisieren die Experten Marcel Reif und Admir Mehmedi den sonst so stilsicheren Leverkusen-Coach.
Leverkusen-Coach Xabi Alonso macht sich nach dem 0:3 im Achtelfinale-Hinspiel in München keine Illusionen über ein Weiterkommen. «Wir brauchen fast ein Wunder», gibt der Spanier nach dem Spiel an der Pressekonferenz zu. In der Allianz Arena bekam der Meistercoach, der eigentlich als Trainer-Genie gilt, wie seine gesamte Mannschaft erstmals von den Bayern die Grenzen aufgezeigt.
Vor allem zwei Personalentscheide von Alonso geben nach der herben Pleite zu reden. Einerseits liess Alonso den bereits verwarnten Verteidiger Nordi Mukiele auf dem Platz. In der 62. Minute sah ausgerechnet der schwache Franzose – er patzte bereits beim ersten Tor von Harry Kane –nach einem «sehr unnötigen Foul» (O-Ton Xhaka) Gelb-Rot.
Auf die Frage, warum er Mukiele nicht in der Pause auswechselte, meinte Alonso: «Ich hatte diesen Gedanken, aber ich habe mich nicht dafür entschieden. Wir wollten in der zweiten Halbzeit wieder zurückkommen, aber nach dem 2:0 war das Mindset und die Mentalität beeinträchtigt.»
Andererseits war auch sein Coaching vor dem Spiel für einmal unglücklich. So verzichtete der frühere Bayern-Spieler wieder mal auf einen echten Mittelstürmer. Patrik Schick sass zunächst auf der Bank, für ihn spielte der wirkungslose Amine Adli ganz vorne. So hatte Kreativspieler Florian Wirtz – ebenfalls offensiv nahezu unsichtbar – nur ganz selten eine Anspielstation. Mit Victor Boniface kam ein weiterer Angreifer gar nicht zu Einsatz.
Kurzum: Die Alonsos Taktik-Kniffe gingen am Mittwochabend erstmals nicht auf. «Das muss man auch mal sagen, weil Alonso ist ja immer kurz vor der Heiligsprechung», hält blue Sport Experte Marcel Reif im Champions-League-Studio fest und ergänzt: «Er geht in das Spiel rein, um es nicht zu verlieren – nicht, um es zu gewinnen.»
Von der Aufstellung und der Einstellung her habe Alonso auf ein 0:0 gespielt. Er habe seine Taktik auch während des Spiels nicht angepasst, moniert der 75-Jährige und resümiert: «Deswegen hat er sich heute auch vercoacht.»
Admir Mehmedi pflichtet ihm bei: «Leverkusen war für mich zu passiv.» Viele defensive Spieler hätten in dieser Konstellation so noch nicht oft zusammen gespielt, fügt er an. Der frühere Bayer-Spieler findet es schade, dass die Werkself nicht an den tollen Auftritt im letzten Duell angeknüpft habe. «Es war fast ein wenig ängstlich vor Bayern. Man hat sich einschüchtern lassen und durch die Energie, die Bayern an den Tag gelegt hat, hat man dann einfach wirklich gar keine Chance gehabt», betont der 33-Jährige.
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