Lange sah es gut aus im Hinspiel des FC Thun gegen Dinamo Zagreb. In der 2. Qualifikationsrunde führte der Schweizer Meister gegen den favorisierten kroatischen Double-Gewinner bis fünf Minuten vor Schluss mit 1:0. Doch in der 86. Minute glich Miha Zajc die Partie dann doch noch zum späteren 1:1-Endstand aus – er realisierte nach einem Fehlpass von Marc Gutbub jenes Tor, das sich bereits in der gesamten zweiten Halbzeit abgezeichnet hatte.
So waren die Gäste stärker aus der Kabine zurückgekommen, dominierten die zweiten 45 Minuten über weite Strecken und scheiterten mehrmals nur knapp an Niklas Steffen. Auch, weil die Thuner Nummer 1 auf tatkräftige Unterstützung seiner Mannschaft zählen konnte – wahlweise klärten Fabio Fehr oder Michael Heule auf der Linie. So lange, bis der Schuss von Zajc dann unhaltbar an Steffen vorbei ins untere linke Eck flog.
In der ersten Halbzeit war es derweil Brighton Labeau gewesen, der das ausverkaufte Stadion mit 9000 anwesenden Fans in Thun zum Jubeln gebracht hatte. Der 30-jährige Mittelstürmer verwandelte eine Flanke von Fabio Fehr nicht nur zum ersten, sondern auch zum einzigen Thuner Tor des Abends.
Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit blieb Thun lange das stärkere Team und vergab weitere gute Chancen vor Zagreb-Goalie Ivan Filipovic. Erst in den Minuten vor dem Pausenpfiff wurde Dinamo, das von zahlreichen mitgereisten Fans unterstützt wurde, nochmals gefährlich. Abschlüsse von Miha Zajc und Gabriel Vidovic flogen jedoch über das Tor von Niklas Steffen.
Im Rückspiel in einer Woche ist sowohl für Thun als auch für Dinamo Zagreb weiter alles offen. Beide Mannschaften können sich mit einem Sieg den Vorstoss in die 3. Qualifikationsrunde der Champions League sichern. Bei einem Erfolg würde Thun in der nächsten Runde entweder auf den färöischen Meister Klaksvik oder das beste Team Litauens der vergangenen Saison, Kauno Zalgiris, treffen. Bei einer Niederlage ginge es in der Qualifikation für die Europa League gegen Vikingur Reykjavik aus Island oder den Israelischen Klub Hapoel Be'er Sheva weiter.

Brighton Labeau erzielte in der 20. Minute das zwischenzeitliche 1:0 für die Thuner.
Keystone
Der FC Thun spielt im Hinspiel gegen Dinamo Zagreb in der 2. Qualifikationsrunde für die Champions League 1:1 und kann damit keinen Vorsprung ins Rückspiel mitnehmen.


Fabio Fehr
Ach ist das bitter. Die Kroaten drehen für die letzten Minuten der Partie nochmals auf und treffen zum Ausgleich. Zajc versenkt den Ball in der halb-linken, unteren Ecke. Steffen chancenlos.

Miha Zajc
Der FC Thun hat die rund 20-minütige Druckphase der Gäste überstanden. Aktuell kommt der Schweizer Meister wieder mehr an den Ball, der nun zwischen den beiden Strafräumen zirkuliert.
Autsch, Heule wird mitten im Gesicht getroffen. Bei solchen Situationen hat es schon manch interessanten Schnappschuss gegeben – wie einst bei Marouane Fellaini, aber schauen Sie selbst im Bild unten. Auf jeden Fall: Heule steht rasch wieder und spielt weiter. Falls es auch hier einen Schnappschuss geben sollte, halten wir Sie auf dem Laufenden.

AP
Und zack: Da ist der FC Thun wieder. Matoshi zieht von der Strafraumgrenze ab. Der Ball zischt nur knapp am rechten Torpfosten vorbei. Gute Aktion des Thuners.
Dauerdruck des kroatischen Rekordmeisters. Thun hat kaum noch Ballbesitz, Dinamo Zagreb dreht noch einmal mehr auf.
Justin Roth
Nun küsst der Ball auch auf der anderen Seite das Aussennetz. Thun kontert und Reichmuth kommt zum Abschluss.