Klartext

De Bruyne schlägt Alarm: «Niemand hört auf die Spieler»

pat

13.10.2020

Kevin de Bruyne läuft auf dem Zahnfleisch.
Bild: Keystone

Der Belgier Kevin de Bruyne prangert mit scharfen Worten die Überbelastung der Spieler an. Der ManCity-Star überrascht zudem mit Aussagen über Lionel Messi, dessen Transfer zu den «Skyblues» scheiterte.

Kevin de Bruyne, vergangene Saison zu Englands Fussballer des Jahres gewählt, ist vieles, aber sicherlich kein Jammerlappen. Seit Jahren spielt er auf allerhöchstem Niveau, brilliert als genialer Passgeber und läuft sich die Hacken wund. Doch langsam aber sicher kommt auch er an seine Grenzen, da der ohnehin schon vollgepackte Terminkalender aufgrund der Corona-Pandemie noch straffer gespannt ist.

Und nun ist also Länderspielpause, doch mit Pause hat das alles so rein gar nichts zu tun. Drei Länderspiele innerhalb von sechs Tagen. Immerhin wurde De Bruyne von der Pflichtaufgabe befreit, im Testspiel in Brüssel gegen die Elfenbeinküste (1:1) aufzulaufen. Gegen England (1:2) stand er dann am vergangenen Sonntag aber in der Startelf. Vor dem Spiel sagte er: «Ich mache mir Sorgen. Wenn das bis zum Saisonende so weiter geht, werde ich zwei Jahre ohne richtige Pause durchgespielt haben.» Er befürchte eine «Verletzungswelle» und forderte längere Regenerationspausen zwischen den Spielen: «Das ist mental sehr wichtig. Der Körper braucht Ruhe. Aber niemand hört auf die Spieler.»

Beim Gastspiel am Mittwoch in Island wird De Bruyne nun aber nicht dabei sein. Im Spiel gegen England wurde er in der 73. Minute angeschlagen ausgewechselt. Der belgische Verband teilte mit, dass er nicht fit genug gewesen wäre, um zu spielen. Zwar ist anzunehmen, dass es um den 29-Jährigen nicht all zu schlimm steht und er sich mehr oder weniger selbst eine Verschnaufpause gönnt, da diese im Spielkalender ja nicht vorgesehen ist. Lange Zeit sich auszuruhen hat der Mittelfeldstratege aber auch so nicht, am Samstag spielt ManCity in der Liga bereits wieder gegen Arsenal. Ob er dann wohl immer noch nicht fit genug ist, um zu spielen?

Themenwechsel: De Bruyne über geplatzten Messi-Wechsel

Im Sommer stand Lionel Messi kurz vor einem Wechsel zu Manchester City. Am Ende blieb er dann doch in Barcelona, weil er nicht gegen seinen Verein vor Gericht ziehen wollte. Auf die Frage, was er von einem Messi Transfer halten würde, meint De Bruyne: «Um ehrlich zu sein, ist es mir ziemlich egal. Wenn er kommt, dann ist das eine schöne Sache. Wenn nicht, dann haben wir immer noch genügend starke Spieler in diesem Verein, mit denen ich sehr gerne zusammenspiele.»

Um De Bruyne selbst ranken sich auch diverse Gerüchte. Von Abgang bis Vertragsverlängerung ist alles dabei. Er selbst stellte nun klar: «Ich kann sagen, dass ich bisher kein einziges Mal mit dem Klub gesprochen habe, ich weiss nicht, warum die Leute sagen, dass ich bereits etwas zugestimmt hätte.» Er habe immer gesagt, dass er im Klub glücklich sei und sich wohl fühle. «Wenn die Verantwortlichen mit mir sprechen wollen, bin ich offen dafür und wir werden sehen, was passiert.» Bleibt er gesund, dürfte ManCity alles daran setzen, ihn zu halten. Denn De Bruyne ist ein absoluter Ausnahmekönner.

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