Einfach menschlich Deshalb ist Klopp als Trainer so erfolgreich

mar

24.4.2018

Jürgen Klopp erntet dieses Jahr die ersten Früchte seiner Arbeit beim FC Liverpool.
Jürgen Klopp erntet dieses Jahr die ersten Früchte seiner Arbeit beim FC Liverpool.
Bild: Getty Images

Mit Mainz hat alles angefangen. Bei Dortmund spielte er um die grossen Titel. Dass er nun auch mit Liverpool auf dem besten Weg an die europäische Spitze ist, ist auch kein Zufall. Klopp hat eben das gewisse etwas, das viele seiner Kollegen nicht haben.

«Ich habe dieses Helfersyndrom. Ich interessiere mich wirklich für die Leute und fühle mich für fast alles verantwortlich.» Das sagte Klopp am Dienstag-Nachmittag vor dem CL-Halbfinalknüller gegen Liverpool. Eine Aussage, die er nicht zum ersten Mal macht und die er eben wirklich so meint und lebt.

Andere Trainer behandeln ihre Spieler mehr wie Untertanen. Läuft es mal schlecht, wird man aussortiert. Wer sich eine schwere Verletzung zuzieht, hat im dümmsten Fall halt Pech gehabt. Man ist eine Ware im Fussballgeschäft, die gerade so wertvoll ist, wie es die Form zulässt.
Nicht so unter Klopp. Der Deutsche ist ein Förderer und Spiele-Entwickler.

Nur so sind Akteure wie Mats Hummels, Robert Lewandowski oder Mohamed Salah überhaupt so weit gekommen. Bedingungsloses Vertrauen ist Klopps Devise. Er bringt die Geduld mit, die vielen Trainern heute fehlt. Fehler sind erlaubt, sofern sie den Entwicklungsprozess begünstigen.

Vertrauen führt zu Selbstvertrauen

Zwei aktuelle Beispiele dafür sind auch die jungen Verteidiger Andrew Robertson und Trent Alexander-Arnold, die sich unter Klopp innert kurzer Zeit schon prächtig entwickelt haben und durch die Verantwortung auch trotz ihres jungen Alters extrem viel Selbstvertrauen gewonnen haben.

Auch Torwart Loris Karius profitierte von Klopps Art. Er hatte nach seinem Wechsel aus Mainz im Sommer 2016 einen schweren Start, erst brach er sich die Hand, dann patzte er mehrfach. Klopp hielt dennoch an ihm fest. Seit Anfang dieses Jahres ist Karius die Nummer eins in Liverpools Tor und hält zur vollen Zufriedenheit seines Vorgesetzten. «Ich wäre der grösste Idiot im Weltfussball, wenn er kein guter Torwart wäre und ich ihn trotzdem aufstellen würde», sagte Klopp neulich.

Wo andere ihre Probleme mit Geld lösen, setzt Klopp eben auf Geduld. Eine Tugend, die eben auch perfekt zum FC Liverpool passt und man darf gespannt sein, wie weit das Helfersyndrom Klopp dieses und die nächsten Jahre noch führen wird.

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