Eine CIES-Studie zeigt deutliche Diskrepanzen zwischen sportlicher Leistung und tatsächlichen Spielerlöhnen. Aus Schweizer Sicht auffällig: Yann Sommer, dessen Wert auf dem Platz weit über dem Gehalt liegt.
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- Laut einer CIES-Studie verdienen einige Fussballprofis deutlich mehr, als es ihr sportlicher Einfluss rechtfertigen würde.
- Auf der anderen Seite gibt es Spieler wie Yann Sommer und Granit Xhaka, die laut der Studie geringere Gehälter erhalten, als ihre sportliche Leistung vermuten lässt.
- Kylian Mbappé führt das leistungsbasierte Gehaltsranking an, gefolgt von Mohamed Salah und Jude Bellingham.
Wenn Fussballprofis ausschliesslich nach ihrem sportlichen Einfluss entlohnt würden, sähe Europas Lohnhierarchie anders aus. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Internationalen Zentrums für Sportstudien (CIES), das für seinen Vergleich knapp 2000 Vertragsdaten analysierte – darunter Transferverhandlungen und Vertragsverlängerungen.
Bewertet wurden Faktoren wie Einsatzminuten, das sportliche Niveau der Partien, die Präsenz in der Startelf über ein ganzes Jahr sowie die generelle Marktposition der jeweiligen Spielrolle.
Real-Madrid-Star Kylian Mbappé führt die Liste an. Seine prognostizierten 22,8 Millionen Euro Jahreslohn liegen zwar unter den rund 32 Millionen Euro, die er laut Schätzungen real verdienen soll – dort fliessen jedoch auch sein Marktwert und sein Image stärker ein.
Hinter ihm folgen Mohamed Salah aus Liverpool (17,9 Millionen Euro) und Jude Bellingham, ebenfalls Real Madrid (17,5 Millionen Euro). Beide kommen in der Realität ebenfalls auf Löhne jenseits der 20-Millionen-Marke. Der bestverdienende Fussballer der Welt ist Cristiano Ronaldo, der beim saudischen Klub Al-Nassr über 200 Millionen Euro im Jahr kassiert.
Verdienen Sommer und Xhaka zu wenig?
Aus Schweizer Sicht fällt eine andere Zahl besonders ins Auge: die Bewertung der Torhüter. In diesem Ranking zählt Yann Sommer zu den Besten in Europa. Das CIES errechnete für den Inter-Mailand-Goalie ein leistungsbasiertes Jahresgehalt von 12,8 Millionen Euro – genug für Platz vier hinter Thibaut Courtois, David Raya und Alisson Becker.
Während Courtois’ Modellwert nahe an seine realen Bezüge herankommt (rund 15 Millionen Euro), klafft bei Sommer eine deutliche Lücke: Beim italienischen Top-Klub soll er ungefähr 3,2 Millionen Euro verdienen – also nur einen Bruchteil dessen, was seine sportliche Wirkung laut Analyse rechtfertigen würde.
Nicht nur Sommer taucht in der CIES-Rangliste auf. Auch Granit Xhaka wird dort geführt. Für den Captain der Schweizer Nati errechnete das Modell ein mögliches Einkommen von 9,8 Millionen Euro pro Jahr. Bei Sunderland soll er hingegen lediglich rund 5 Millionen Euro erhalten – auch bei ihm liegt der berechnete Leistungswert deutlich höher als das effektive Gehalt.