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Jetzt meldenDidi Hamann sieht Deutschland bei der WM 2026 nicht als Topfavoriten. Im Gespräch mit blue Sport nennt der Ex-Nationalspieler mehrere Problemzonen – und glaubt nicht an den ganz grossen Exploit.
Deutschland reist mit grossen Ambitionen an die Weltmeisterschaft in Nordamerika. Nach den enttäuschenden Turnieren der vergangenen Jahre soll die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann endgültig wieder zur Weltspitze aufschliessen. Didi Hamann bleibt jedoch zurückhaltend.
«Wenn du mich fragst, ob sie Weltmeister werden, ob ich daran glaube: Nein», sagt der frühere Nationalspieler im Gespräch mit blue Sport. Zwar gehöre Deutschland grundsätzlich zum Kreis der Mannschaften, die den Titel gewinnen könnten. Die Voraussetzungen seien derzeit aber nicht optimal.
Ein Thema ist für Hamann die von Nagelsmann angekündigte klare Rollenverteilung innerhalb des Kaders. Der Bundestrainer hatte betont, dass jeder Spieler im 26-Mann-Aufgebot eine wichtige Bedeutung für das Team habe – unabhängig davon, ob er zur Startelf zählt oder eine ergänzende Rolle übernimmt. Hamann sieht in einer solchen Einteilung Gefahren für die Dynamik innerhalb der Mannschaft.
So sei es wichtig, die Reservespieler bei Laune zu halten. Die Stammspieler seien zufrieden, weil sie regelmässig zum Einsatz kämen. «Du musst dich um die kümmern, die nicht spielen.» Wenn bereits mehrere Akteure wüssten, dass sie kaum eine Rolle spielen würden, sei das «nicht förderlich».

Die Schweizer Doku-Serie «The Belonging» erzählt von Fussballspielern zwischen mehreren Kulturen – und von der Frage, wie Zugehörigkeit in einer vielfältigen Gesellschaft überhaupt entsteht. Die vierteilige Serie startet am 3. Juni 2026 auf blue Play mit zwei Episoden, die weiteren Folgen erscheinen anschliessend wöchentlich bis zum 17. Juni.
Neben der Kaderstruktur bereitet Hamann vor allem die sportliche Situation Sorgen. «Mir bereitet das ganze Paket Sorgen», sagt er. Nagelsmann müsse nun daraus eine funktionierende Einheit formen. Allem voran in der Offensive sieht er Verbesserungspotential, zumal Jamal Musiala und Florian Wirtz nicht in ihrer besten Verfassung seien.
Die Skepsis des früheren Nationalspielers kommt nicht von ungefähr. Deutschland schied bei den Weltmeisterschaften 2018 und 2022 jeweils bereits in der Gruppenphase aus. Auch bei der EM 2021 war im Achtelfinal Schluss. Erst die Heim-EM 2024 brachte mit dem Viertelfinaleinzug wieder etwas Aufbruchstimmung.
Für Hamann ist die Entwicklung zwar erkennbar, von einem ernsthaften Titelkandidaten ist die DFB-Auswahl für ihn aber noch entfernt. «Es gibt in allen Mannschaftsteilen einige Baustellen», sagt er. «Deswegen bin ich nicht so optimistisch, wie ich es vielleicht in der Vergangenheit schon mal war.»