Eine Million Dollar für ein Spiel? Die Ticketpreise für die WM 2026 explodieren

Jan Arnet

20.11.2025

Die Nati-Fans wollen die Schweiz auch in Nordamerika anfeuern – doch zu welchem Preis?
Die Nati-Fans wollen die Schweiz auch in Nordamerika anfeuern – doch zu welchem Preis?
Keystone

Wer im nächsten Sommer an der WM in den USA, Kanada und Mexiko live im Stadion sitzen will, braucht ein grosses Portemonnaie. Die Ticketpreise explodieren nach Abschluss der WM-Qualifikation.

Jan Arnet

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Auf der offiziellen FIFA-Wiederverkaufsplattform werden Tickets für die WM 2026 teils zu astronomischen Preisen gehandelt – bis zu einer Million Dollar für ein Halbfinale.
  • Die FIFA erlaubt freien Weiterverkauf ohne Preisobergrenzen und verlangt dabei 15  Prozent Gebühren von Käufern und Verkäufern – selbst bei stark überhöhten Preisen.
  • In Städten wie New York wächst die Kritik an der Preisexplosion; lokale Politiker fordern Massnahmen, um einheimische Fans nicht auszuschliessen.

Die Schweizer Nati hat sich souverän für die Weltmeisterschaft 2026 in Mexiko, Kanada und den USA qualifiziert. Doch für viele Nati-Fans, welche die WM-Spiele live vor Ort erleben wollen, könnte die Vorfreude schnell verfliegen. Denn die Ticketpreise auf der FIFA-Wiederverkaufsplattform wuchern.

Allein für das Eröffnungsspiel in Mexiko tauchen bereits Angebote von knapp 100’000 Dollar auf. Für ein Halbfinal-Ticket versucht gar jemand, fast eine Million Dollar zu verlangen – das zeigen Recherchen von «Eurovision News Spotlight».

Dass WM-Tickets weiterverkauft werden, ist längst normal. Neu ist jedoch, dass die FIFA auf ihrer eigenen Plattform keinerlei Limiten mehr setzt. Wer ein Ticket besitzt, kann den Preis frei bestimmen. Gleichzeitig sind einige Originaltickets erstmals variabel bepreist – sie können also je nach Nachfrage teurer oder günstiger werden.

Offizielle Tickets gibt es zwar ab rund 60 Dollar. Auf dem Zweitmarkt werden selbst solche Plätze inzwischen für mehrere Hundert bis Zehntausende Dollar angeboten.

Die FIFA verdient mit

Besonders heikel: Beim Weiterverkauf kassiert die FIFA eine happige Gebühr. Sowohl Verkäufer als auch Käufer müssen jeweils 15 Prozent abgeben. Bei einem Weiterverkaufspreis von 100 Dollar heisst das: Der Verkäufer erhält nur 85 Dollar, der Käufer zahlt 115 Dollar – und der Weltverband streicht 30 Dollar ein.

Die FIFA rechtfertigt das Modell mit Verweisen auf internationale Standards im Sport- und Entertainmentbereich. In Nordamerika seien solche Systeme üblich. In Mexiko hingegen sind überhöhte Zweitmarktpreise gesetzlich verboten. Doch laut Beobachtern wird auch dort auf der Plattform deutlich über dem Originalpreis angeboten – ohne sichtbares Einschreiten.

Kritik aus der Politik

Vor allem in Metropolen wie New York oder Los Angeles explodieren die Preise besonders stark. Das ruft inzwischen auch Politikerinnen und Politiker auf den Plan. New Yorks neu gewählter Bürgermeister Zohran Mamdani hat eine Petition lanciert, um die Preisentwicklung zu stoppen. Er warnte bereits im Wahlkampf: Das «grösste Sportereignis der Welt» werde vor ihrer Tür stattfinden – aber für viele Einwohnerinnen und Einwohner unerschwinglich sein.


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