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Jetzt meldenRoger Wehrli, der einstige Abwehrchef und Captain der Nati, ist auch mit 70 noch kein Leisetreter. Die GC-Legende will sich in den ersten Wochen der Weltmeisterschaft kein einziges Spiel anschauen.
Roger Wehrli als Fussballer? Das war immer pure Leidenschaft, voller Einsatz und Erfolg. Viermal wurde der Aargauer Schweizer Meister mit GC sowie Cup-Sieger. Mit dem FC Luzern gewann er ebenfalls einen Meistertitel.
So wie der 68-fache Natispieler spielte, so war Wehrli auch ausserhalb der Seitenlinie: direkt, geradlinig, kompromisslos. Wehrli sagt, was er denkt. Und das tut er noch heute mit 70.

GC- und Nati-Legenden: Roger Wehrli (r.) und sein Kumpel Andy Egli.
Mi.W.
blue News trifft ihn bei einem Legendenspiel der Schweizer Nati kurz vor der WM im Wallis. Wehrli hofft, dass er nicht zum Einsatz kommt. Der Kopf schmerzt. «Ich war gestern an einem Country-Konzert, das hat ein bisschen länger gedauert», sagt er und schmunzelt.
Roger Wehrli, was kommt dir beim Stichwort WM 94 in den USA in den Sinn?
Alain Sutter, der dort wunderbar gespielt hat. Mit einem Zehnbruch sogar. Und ja, die Schweiz hat dort endlich mal wieder eine gute Mannschaft gehabt, die an Weltmeisterschaften mitspielen konnte.
Deine Nati-Karriere hattest du damals schon beendet. Du bist als Fan nach Amerika gereist. Warst du mit deiner Familie dort?
Nein, ich habe damals bei der Firma Lotto gearbeitet. Wir haben die Schweizer Nati mit Material ausgerüstet. Und weil ich damals im Aussendienst den besten Umsatz gemacht habe, durfte ich als Belohnung dann für zwei Wochen an die WM.
Du hast ja alle Spieler gut gekannt – Andy Egli ist sogar ein guter Freund von dir. Bist du im Nati-Hotel ein- und ausgegangen?

Die Schweizer Doku-Serie «The Belonging» erzählt von Fussballspielern zwischen mehreren Kulturen – und von der Frage, wie Zugehörigkeit in einer vielfältigen Gesellschaft überhaupt entsteht. Die vierteilige Serie startet am 3. Juni 2026 auf blue Play mit zwei Episoden, die weiteren Folgen erscheinen anschliessend wöchentlich bis zum 17. Juni.
Nein, keine Chance. Gar nicht. Die waren abgeschirmt. Ich habe einmal kurz mit Andy telefoniert, sonst hatte ich keinen Kontakt. Aber ich hatte meinen Spass.
Jetzt ist wieder eine WM in Amerika – was traust du der Schweizer Nati zu?
Das Viertelfinal wird's, da bin ich sicher.
Wo schaust du die Spiele?
Sicher im Fernseher. Aber die ersten drei Wochen schaue ich sicher kein einziges Spiel. Die Gruppenphase ist ein Grümpelturnier. Ich werde erst ab der K.o.-Phase einschalten.
Für dich sind 48 Teams also zu viel?
Das ist ‹fertiger Seich›, das muss ich so sagen. Sorry, aber ich verstehe das einfach nicht.
Übrigens: Wehrli kommt nicht um einen Kurzeinsatz herum. Seine Mitspieler machen da nicht mit. Christophe Bonvin, Ernie Maissen, Andy Egli & Co. wollen ja schliesslich auch nicht mehr durchspielen. Die grosse Mehrheit seiner Teamkollegen finden 48 WM-Teams übrigens auch zu viel.