Dortmunds geheime Torwartliste – Schweizer Goalies vor dem Aus?

pat

2.2.2021

Roman Bürki (links) und Marwin Hitz: Müssen sich die beiden Ex-Nationaltorhüter im Sommer einen neuen Verein suchen?
Bild: Getty

Mit Roman Bürki und Marwin Hitz verfügt Dortmund über ein Schweizer Torwartduo. Wie lange noch? Hinter den Kulissen soll die Suche nach einer Nachfolgelösung angeblich auf Hochtouren laufen.

Dortmunds Torhüter Roman Bürki fällt mit einer Schulterverletzung rund zwei Wochen aus – nun wird der Schweizer mit der angeblichen Suche seines Vereins nach einem Nachfolger konfrontiert. Nach Informationen der «Bild» sucht Dortmund einen neuen Torhüter, weil Bürki in seiner Form zu sehr schwanken würde. Dabei hat man den Vertrag des 30-Jährigen vor weniger als einem Jahr vorzeitig bis Sommer 2023 verlängert – eine Gehaltserhöhung von 3,5 auf 4 Millionen Euro jährlich inklusive.

2015 wechselte Bürki vom SC Freiburg zur Borussia und verdrängte auf Anhieb Vereinsikone Roman Weidenfeller. Auch deshalb wurden seine Leistungen äusserst kritisch beäugt, nach gefühlt jedem noch so kleinen Fehler wurde er vom «Boulevard» durch den Fleischwolf gedreht. «Bürki wie ein Gürki» titelte einst die «Bild», nachdem der BVB von Bayern München in seine Einzelteile zerlegt wurde, von einem «Hampelmann» schrieb die «Süddeutsche». Dass die komplette Mannschaft auf verlorenem Posten stand, interessierte nicht – Bürki musste als Sündenbock herhalten. Ende der Diskussion.



Doch der Schweizer liess sich nicht kleinkriegen, die Trainer und der Verein hielten stets zu ihm und bald begann er, das Vertrauen mit starken Paraden zurückzuzahlen. Doch in dieser Spielzeit weht ihm wieder einmal ein rauer Wind entgegen. Schon zu Beginn der Saison schien sein Status als Nummer eins ins Wanken zu geraten, da hiess der Trainer noch Lucien Favre. Ironie des Schicksals: Dafür wurde der Schweizer Trainer scharf kritisiert, von den gleichen «Experten», die nun Bürkis Fähigkeiten anzweifeln.



Denn nachdem sich die Situation normalisiert hat (Bürki Stammtorhüter, Hitz Ersatz), wurde die Kritik nach zuletzt durchwachsenen Leistungen wieder lauter. Und als in der Vorwoche darüber spekuliert wurde, ob Hitz Bürki als Nummer eins ablösen würde – Trainer Edin Terzic befeuerte die Spekulationen, indem er sich nicht dazu äussern wollte –, da zog sich Bürki im Training eine Schulterverletzung zu und verpasste am Wochenende das Spiel gegen Augsburg (3:1). Es schien fast so, als hätte der Verein Bürki ein Arztzeugnis ausgestellt, damit man ihn frei jeglicher Polemik aus dem Tor rotieren kann.

Am Dienstag teilte der BVB mit, dass der Schweizer «in den kommenden zehn bis 14 Tagen nicht zur Verfügung stehen» werde. Dies habe die Auswertung der MRT-Bilder ergeben. Terzic wird deshalb am Dienstag im Achtelfinal des DFB-Pokals gegen Zweitligist Paderborn (ab 20:45 Uhr im Live-Ticker) und im Bundesliga-Spiel am kommenden Samstag gegen Freiburg auf Hitz setzen. Sollte der 33-Jährige, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, starke Leistungen zeigen, so würde die Goaliediskussion weiter an Fahrt aufnehmen.

Dortmunds geheime Torwartliste

Spätestens im kommenden Sommer könnte der ganze Spuk dann ohnehin ein Ende finden. Denn der BVB sei bereits auf Goaliesuche. Die «Bild» veröffentlicht am Mittwoch die «geheime Torwartliste». Demnach sollen Leipzigs Péter Gulácsi (30), der Kameruner André Onana (24) von Ajax Amsterdam sowie der frühere deutsche Junioren-Nationalspieler Oddyseas Vlachodimos (26) von Benfica Lissabon zum engeren Favoritenkreis zählen. Alle drei Keeper haben allerdings bei ihren Vereinen noch Verträge bis mindestens 2022.

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