Effenberg kritisiert Dortmunds Transferpolitik: «Das ist fatal und geht gar nicht»

lbe

16.12.2020

Stefan Effenberg (links) kritisiert die gewählte Strategie der Führung des BVB rund um Sportdirektor Michael Zorc.
Stefan Effenberg (links) kritisiert die gewählte Strategie der Führung des BVB rund um Sportdirektor Michael Zorc.
Bild: Keystone

In der vergangenen Woche verkündete BVB-Sportdirektor Michael Zorc, im Winter keinen weiteren Stürmer verpflichten zu wollen. Ex-Bayern-Profi Stefan Effenberg ist das ein Dorn im Auge.

Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Erling Haaland herrscht bei Dortmund im Sturm Personalmangel, ein gestandener Ersatz ist im Kader nicht zu finden. Der einzig verbleibende Neuner ist der erst 16-jährige Youssouffa Moukoko, der am Dienstag in Bremen sein Startelfdebüt in der Bundesliga feierte.

Wie Sportdirektor Michael Zorc zuletzt allerdings klarmachte, soll das Supertalent das einzige Backup für Haaland bleiben. «Wir haben uns dazu entschieden, Moukoko langfristig aufzubauen und nicht auszubremsen, indem wir ihm einen weiteren Spieler vor die Nase setzen», so Zorc. Haaland sei ohnehin nicht zu ersetzen.



Aus diesem Grund will man bei den Borussen im Winter keinen weiteren Stürmer verpflichten. Für den ehemaligen Bayern-Profi Stefan Effenberg ist das allerdings ein Fehler. «Ein 16-Jähriger als Backup für einen 20-Jährigen? Das ist fatal und geht gar nicht. Die Bosse begehen einen Fehler, wenn sie keinen erfahrenen Stürmer dazuholen», schreibt der 52-Jährige in seiner Kolumne für das Nachrichtenportal «t-online». Ohnehin hätte man das bereits im Sommer versäumt.

«Favre ist nicht gescheitert»

Effenberg ist dabei nicht grundsätzlich gegen eine Philosophie, die auf die Förderung und Integration von jungen Talenten abzielt. «Aber dann müssen sie auch mit den Ergebnissen leben. Und das tun sie offenbar nicht. Die Ansprüche sind weiterhin sehr hoch», schreibt Effenberg und macht der BVB-Führung deshalb auch gleich einige Vorschläge: «Ich habe schon vor Monaten geschrieben, dass sie einen Stürmer wie Mario Mandžukić verpflichten sollten. Der wäre übrigens immer noch zu haben.» Auch Liverpools Divock Origi oder Mauro Icardo von Paris Saint-Germain könnte sich der dreifache deutsche Meister bei Schwarzgelb vorstellen.

Die Entlassung von Lucien Favre ist für Effenberg nachvollziehbar, auch wenn er betont: «Wer 2,01 Punkte im Schnitt geholt hat und damit zu den besten Trainern der Vereinsgeschichte gehört, zweimal Vizemeister geworden ist und Spieler wie Jadon Sancho,  Erling Haaland oder Giovanni Reyna so weiterentwickelt hat, der ist nicht gescheitert.»



Mit dem neuen Impuls an der Seitenlinie sei die Arbeit aber nicht getan, glaubt der Deutsche: «Sie brauchen zwei, drei positive Drecksäcke, die sofort weiterhelfen. Auch, um die vorhandenen Spieler unter Druck zu setzen.»

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