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Jetzt meldenAn der EM 2024 war Nico Elvedi noch einer der grossen Verlierer der Nati. Mittlerweile hat er sich in die Stammelf zurückgespielt. Jetzt blickt Elvedi zurück auf die schwierige Zeit und spricht über sein Verhältnis mit Yakin.
Keine einzige Minute stand Nico Elvedi an der EM 2024 auf dem Platz. Als Fabian Schär danach seinen Rücktritt aus der Nati gab, galt Elvedi als der logische Partner neben dem gesetzten Manuel Akanji. Doch nach schwachen Leistungen des Zürchers in der Nations League begann Murat Yakin zu pröbeln. Er brachte in der Innenverteidigung mal Aurèle Amenda, mal Stefan Gartenmann, mal Eray Cömert, mal Cedric Zesiger oder auch Gregory Wüthrich.
«Es war kein einfaches Jahr», sagte Elvedi schon beim September-Zusammenzug. Doch es scheint nun auch vergessen. Zum Start in die WM-Qualifikation vertraute Murat Yakin wieder voll auf den Gladbach-Söldner. Und Elvedi zahlte das Vertrauen mit guten Leistungen gegen Kosovo und Slowenien zurück. Beide Spiele gewann die Schweiz zu null, gegen Slowenien erzielte der Abwehrspieler sogar ein Tor.
«Besser hätte es nicht laufen können. Ich bin persönlich sehr froh, dass ich wieder auf dem Platz stehen konnte und der Trainer mir das Vertrauen geschenkt hat», sagt Elvedi vor den wichtigen Auswärtsspielen gegen Schweden und Slowenien.
Er macht aber auch keinen Hehl daraus, dass er im vergangenen Jahr unzufrieden war mit seiner Situation. «Als Fussballer ist man nie zufrieden, wenn man nicht spielt. In der Nations League lief vieles gegen mich. Ich war zweimal gesperrt, erzielte auch noch ein Eigentor und durfte dann im März nicht mehr dabei sein. Da war ich schon enttäuscht.»
Die Gespräche mit Murat Yakin seien trotzdem immer gut gewesen. «Er hat mir gesagt, dass ich weiter an mir arbeiten soll. Er war stets positiv und meinte, dass ich bald zurück sein werde. Jetzt bin ich froh, dass er wieder auf mich setzt. Ich denke, es funktioniert auch ganz gut.»
Yakins Worte scheint Elvedi zu Herzen genommen zu haben. Seit einiger Zeit arbeitet er mit einem Ernährungsberater zusammen. «Zuerst ging es darum, etwas abzunehmen. Ich fühlte mich nach der EM nicht mehr so wohl in meinem Körper», erklärt Elvedi. «Ich fühlte mich nicht topfit und wollte etwas verändern.»

Fit wie nie zuvor: Nico Elvedi.
Keystone
Seit diesem Sommer ist auch ein Athletiktrainer in seinem Team, mit dem auch Muskelmasse aufgebaut wurde. «Es harmoniert gut und ist gut abgestimmt. Ich fühle mich extrem wohl und habe auch mehr Energie. Das hat sich ausgezahlt.»
In der Nati läuft’s Elvedi, im Verein dagegen weniger. Nach sechs Saisonspielen wartet Gladbach in der Bundesliga immer noch auf den ersten Sieg und steht auf einem Abstiegsplatz. «Es ist keine einfache Zeit, der Trainer (Gerardo Seoane) und Sportchef (Roland Virkus) sind weg. Aber wir haben eine gute Mannschaft und auch noch ein paar Verletzte. Wenn sie zurückkehren, werden wir die Punkte sicher einfahren können, da bin ich überzeugt.»
Stolz kann Elvedi nach dem Saisonstart dennoch sein. Denn mit nun 335 Einsätzen im Borussia-Trikot hat er Yann Sommer als Ausländer mit den meisten Spielen für Gladbach eingeholt. Mit 291 Bundesliga-Spielen wird er Sommer auch als Schweizer mit den meisten Einsätzen in Deutschlands höchster Liga in Kürze als Rekordmann ablösen.
Nachdem der 29-Jährige in Vergangenheit mehrmals mit einem Wechsel geliebäugelt hatte, hielt er Gladbach auch in diesem Sommer die Treue. «Ich bin jetzt zehn Jahre da und fühle mich sehr wohl. Es macht Spass mit den Fans, auch wenn es aktuell sportlich etwas besser laufen könnte», sagt er. Sein Vertrag läuft noch bis 2027. «Ich mache mir im Moment überhaupt keine Gedanken über einen möglichen Wechsel.»
Sein Fokus liege momentan ohnehin voll auf der Nationalmannschaft. Auf diese wartet am Freitag mit dem Auswärtsspiel in Schweden «das schwierigste Spiel dieser Quali», wie Elvedi sagt. «Wir müssen konzentriert ins Spiel gehen und unsere Leistung abrufen.»