Die Schweizer Nati präsentiert sich im Herbst bärenstark und qualifiziert sich souverän für die WM 2026. Murat Yakin setzt dabei wenn immer möglich auf die gleiche Elf. Hier sind die Nati-Zeugnisse.
Viel wurde gepröbelt und experimentiert vor einem Jahr in der Nations League. In der Qualifikation zur WM 2026 in den letzten Wochen setzt Murat Yakin aber doch wieder auf die bewährten Kräfte – und schenkt von Anfang bis Ende quasi immer der gleichen Elf das Vertrauen.
blue Sport war bei allen Quali-Spielen vor Ort. Hier kommt die Rangliste nach Notenschnitt (alle Spieler mit mindestens drei Benotungen):
Breel Embolo, Note 5.1
Er macht den Doppelpack gegen Kosovo, ein Tor gegen Slowenien und den wichtigen Führungstreffer im entscheidenden Schweden-Spiel. Embolo ist der beste Torschütze und im Sturmzentrum unverzichtbar geworden. In der Quali glänzt er nicht nur als Vollstrecker, sondern stellt sich immer auch in den Dienst der Mannschaft. Er ackert, macht die Bälle fest und weiss auch die Mitspieler in Szene zu setzen.
Nico Elvedi, Note 5
An der EM 2024 hat Elvedi keine Minute gespielt und war auch nach Fabian Schärs Rücktritt nicht immer erste Wahl. Es ist eindrücklich, wie sich der Gladbach-Söldner zurückgekämpft hat. Er spielt abgeklärt, ist ein Monster in den Zweikämpfen und gehört in allen Quali-Spielen zu den besten Schweizern. Elvedi hat auch an seinem Körper gefeilt, arbeitet seit einiger Zeit mit einem Ernährungsberater zusammen und scheint so fit wie nie zuvor. Er ist der grosse Gewinner dieser WM-Quali.
Granit Xhaka, Note 4.8
Der Chef auf dem Platz, der Dirigent und Taktgeber im Schweizer Spiel. Und Xhaka übernimmt so viel Verantwortung wie nie zuvor: Er schiesst die Schweiz in den beiden Spielen gegen Schweden jeweils per Penalty in Führung. Wir erinnern uns: Nach seinem Fehlschuss im EM-Achtelfinal 2016 gegen Polen war er nicht mehr vom Punkt angelaufen. Bis zu dieser Quali.
Manuel Akanji, Note 4.8
Je stärker die Gegner, desto besser Akanji. Unser Abwehrboss spielt eine gute Quali, leistet sich zwischendurch aber auch die eine oder andere Unkonzentriertheit. Trotzdem ist die starke Defensivbilanz (nur 2 Gegentore) auch Akanji zu verdanken.
Dan Ndoye, Note 4.8
Mit zwei Toren und drei Assists ist er der beste Schweizer Skorer in der Qualifikation. Vorbildlich ist aber auch seine Defensivarbeit. Ndoye spielt konstant auf allerhöchstem Niveau und gehört fast immer zu den besten Spielern. Sein Speed sucht seinesgleichen. Einzig beim 0:0 in Slowenien zieht er einen schwachen Tag ein.
Remo Freuler, Note 4.75
Der kongeniale Partner von Xhaka im zentralen Mittelfeld. Freuler macht die «Drecksarbeit», stopft Löcher, spult Kilometer ab und ist auf dem ganzen Platz anzutreffen. Auch zwei Assists kann er sich in den ersten vier Spielen gutschreiben lassen. Für die letzten beiden Partien muss er verletzungsbedingt Forfait geben.
Gregor Kobel, Note 4.7
Der Goalie bleibt fast 500 Minuten lang ohne Gegentor, schnuppert gar am Rekord von Yann Sommer (529 Minuten), ehe er sich im Heimspiel gegen Schweden doch noch einmal bezwingen lassen muss. Kobel spielt fehlerlos, ist sicher am Ball, wird aber dank der starken Abwehrleistung seiner Vorderleute auch nur selten wirklich gefordert.
Johan Manzambi, Note 4.5
Der 20-Jährige gehört zu den grossen Gewinnern des Nati-Jahres 2025. Im Juni gab er sein Debüt und ist bereits zum Super-Joker aufgestiegen. In den Spielen gegen Schweden braucht er jeweils nur wenige Minuten, um sofort zu zünden und die Spiele mit einem Treffer zu entscheiden. Ein grosses Versprechen für die Zukunft.
Silvan Widmer, Note 4.5
Bei Mainz hat Widmer seit längerer Zeit einen schweren Stand. Yakin setzt hinten rechts dennoch auf ihn – und macht damit alles richtig. Widmer ist die teils fehlende Spielpraxis kaum anzumerken. Er spult die Seite rauf und runter und sorgt dabei auch immer wieder für Torgefahr. Im ersten Spiel gegen Kosovo erzielt er das 3:0.
Djibril Sow, Note 4.5
Anderthalb Jahre war er weg, dann holte ihn Yakin im März in die Nati zurück. Sow ist da, wenn es ihn braucht. Ganz wichtig: Sein herausgeholter Penalty auswärts gegen Schweden, welcher der Schweiz die Führung bringt. Beim 1:1 im Kosovo liefert er einen weiteren Assist.
Ruben Vargas, Note 4.4
Er ist der Wirbelwind auf dem Flügel und immer wieder für einen Überraschungsmoment gut. Gegen tief stehende Gegner hat er Mühe. Trotzdem steuert Vargas drei Assists und ein Tor zur erfolgreichen Quali bei. Auch im Abwehrverhalten hat er grosse Fortschritte gemacht. Ganz stark, wie er nach hinten arbeitet.
Ricardo Rodriguez, Note 4.4
Der ewige Rodriguez. An ihm führt links hinten scheinbar auch nach 135 Länderspielen (nur Xhaka hat mehr) nichts vorbei. Der 33-Jährige hat zwar nicht mehr den Offensivdrang wie noch in jungen Jahren, weiss dafür umso mehr in der Defensive zu überzeugen. Er spielt eine solide Quali, ohne dabei gross aufzufallen.
Michel Aebischer, Note 4.3
Er hat in den letzten Quali-Spielen die schwierige Aufgabe, Remo Freuler zu ersetzen – und macht seine Sache gut. Aebischer geniesst grosses Vertrauen von Yakin, sei es im zentralen Mittelfeld oder auf dem Flügel. Und er rechtfertigt es.
Fabian Rieder, Note 4.25
Rieder spielt gewiss keine schlechte Quali, weiss aber zu wenig oft aufzufallen. In den ersten beiden Spielen noch mit zwei Assists, danach gab es keine Torbeteiligung mehr. Oft hat man bei Rieder im Nati-Dress das Gefühl, er könnte mehr.