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Portugal

«Er ist dort oben und leuchtet auf uns herab»

Ehrung für Diogo Jota: Cristiano Ronaldo mit der Nummer 21 der verstorbenen Stürmers

Ehrung für Diogo Jota: Cristiano Ronaldo mit der Nummer 21 der verstorbenen Stürmers

Keystone

Cristiano Ronaldo darf nach dem 2:1-Sieg Portugals gegen Kroatien weiter vom WM-Titel träumen. In den Mittelpunkt stellt er aber – ausnahmsweise – nicht sich selber.

Keystone-SDA

Keystone-SDA

03.07.2026, 06:30

Am liebsten feiert Cristiano Ronaldo sich selber. Üblicherweise. Nicht so nach dem Sieg im WM-Sechzehntelfinal gegen Kroatien in Toronto. Portugals Captain, der vom Penaltypunkt den 1:1-Ausgleich erzielt hatte, zieht sich ein Shirt mit der Nummer 21 an und zeigt mit dem Finger gen Himmel.

Ronaldo und seine Teamkollegen ehren damit Diogo Jota. Der Stürmer der Seleçäo und von Liverpool verunglückte vor genau einem Jahr, am 3. Juli 2025, in Spanien gemeinsam mit seinem Bruder bei einem Autounfall tödlich. «Das wussten wir natürlich schon vor dem Match und haben darüber gesprochen», erklärte Ronaldo nach dem Spiel. «Es war so speziell.» Jota hatte 2019 in der portugiesischen Nationalmannschaft debütiert und in 49 Spielen 14 Tore geschossen – das letzte in einem Testspiel gegen... Kroatien.

«Es ist ein besonderer Moment», so Ronaldo. «Wir alle hatten das Gefühl, dass er bei uns ist, und es musste heute einfach so sein, dass wir gewinnen, um ihm auf die beste Art und Weise zu gedenken. Er ist dort oben und leuchtet auf uns herab.»

Dramatische Schlussphase

Noch zumindest ein weiteres Spiel leuchtet auch der Stern des 41-jährigen Cristiano Ronaldo. Emotional war nicht nur das Gedenken an Jota. Portugal geriet durch einen Treffer von Kroatien Ivan Perisic kurz nach der Pause in Rückstand. «Wir sind nach dem Gegentor ein bisschen in Stress und Panik geraten. Aber dann gab es den emotionalen Durchbruch, als wir den Penalty verwandelt haben», erzählte Ronaldo. Es war sein elftes WM-Tor.

Der Siegtreffer von Gonçalo Ramos fiel in der Nachspielzeit, danach wurde Kroatiens Ausgleich wegen eines hauchdünnen Offsides aberkannt. Als ob an diesem Tag tatsächlich nur Portugal hätte gewinnen können.

Die nächste Aufgabe wird allerdings noch einmal schwieriger. Im Achtelfinal geht es gegen den Europameister Spanien. «Um einen Wettbewerb dieser Grössenordnung zu gewinnen, müssen wir leiden können. Heute war es so weit», sagte der frühere Weltfussballer und kündigte für das nächste K.-o.-Spiel eine weitere Steigerung an: «Wir wissen, dass Spanien zu den Favoriten auf den WM-Titel zählt», erklärte Ronaldo. «Es wird ein schwieriges Spiel, aber wir werden ab sofort noch einen Gang zulegen. Wir sind bereit.»

Trost für Modric

Zu Ende ist der Traum hingegen für Ronaldos Jahrgänger Luka Modric, bei Real Madrid sechs Jahre lang ein Teamkollege Ronaldos. «Ich habe mich von ihm verabschiedet. Wir sind fast gleich alt. Er ist eine Fussball-Legende. Ich habe grossen Respekt vor Modric für das, was er im Fussball geleistet hat», sagte ein ungewohnt emotionaler Ronaldo.

Auch Kroatiens Trainer Zlatko Dalic fühlte mit Modric: «Es war wahrscheinlich seine letzte WM. Es tut mir leid, dass sie so traurig zu Ende gegangen ist.»

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