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Entschied sich für Kroatien statt für die Schweiz: Mladen Petric.
KEYSTONE
Leon Avdullahu hat sich entschieden, künftig das Dress der kosovarischen Nationalmannschaft zu tragen. Welches sind die möglichen Gründe für einen solchen Nationenwechsel? blue Sport hat bei Mladen Petric nachgefragt.
Am späten Montagabend gab Kosovos Verbandspräsident Agim Ademi voller Stolz auf Instagram bekannt, dass Leon Avdullahu ihn informiert habe, für Kosovos Nationalteam spielen zu wollen. «Er hat damit bewiesen, dass der Kosovo eine Herzenswahl bleibt und dass Identität und Herkunft nicht verleugnet werden», schreibt Ademi.
Die Meldung bestätigte am Dienstagvormittag Nati-Direktor Pierluigi Tami in einer Stellungnahme: «Leon hat uns über seinen Entscheid informiert. Dass er nun einen anderen Weg gehen will, enttäuscht uns. Ich stelle aber auch klar, dass wir nur jene Spieler in unseren Nationalteams haben wollen, die sich zu hundert Prozent mit unserem Land und unserer Nati identifizieren.»
Der Verband habe sich um den ehemaligen Basel-Spieler, der die Schweizer Juniorenauswahlen von der U15 bis U21 vertrat, bemüht und ihn auch für die anstehenden WM-Quali-Spiele aufbieten wollen. Jetzt könnte er am 5. September ausgerechnet gegen die Schweiz sein Debüt für Kosovo geben.
Für die Schweizer Nati ist es innert weniger Tage der zweite Verlust eines grossen Talents. Letzte Woche gab nämlich der bei Fiorentina unter Vertrag stehende Verteidiger Eman Kospo bekannt, künftig für Bosnien und Herzegowina auflaufen zu wollen.
Solche Entscheide für einen Nationenwechsel sind in der Schweiz nicht neu. Vor Avdullahu und Kospo haben sich zum Beispiel Ivan Rakitic, Amir Abrashi oder der heutige blue Sport Experte Mladen Petric entschieden, für das Heimatland der Eltern zu spielen.
«Bei jedem Spieler kann es einen anderen Grund haben. Zum einen gibt es Spieler, die wechseln, weil sie bessere Perspektiven sehen, zu spielen,» sagt Petric im Gespräch mit blue Sport.
«Es gibt auch Spieler, die mehr Perspektiven sehen, grössere Erfolge mit der Nationalmannschaft zu haben», fährt der 45-fache kroatische Nationalspieler fort. Wenn eine Nationalmannschaft deutlich besser als die andere sei, habe man so die grössere Chance, an einem grossen Turnier teilzunehmen.
Das sei auch beim 44-Jährigen selbst mit ein Grund gewesen, weshalb er sich schlussendlich für Kroatien entschieden habe. Damals seien die Chancen grösser gewesen, mal an einem grossen Turnier mitzumachen.
Dass Avdullahu mit der kosovarischen Nationalmannschaft bald an einem grossen Nationen-Turnier aufläuft, ist zur Zeit eher unwahrscheinlich. Zwar konnte sich die noch junge Nation im Weltranking langsam nach oben arbeiten und auch in der Nations League Erfolge feiern, ist aber im Vergleich mit der Schweiz schwächer einzuschätzen.
Ein weiterer Grund könnte auch der Einfluss der Familie sein und deren Stolz für das Herkunftsland – das muss für Petric allerdings nicht unbedingt so sein. «Der Spieler selbst kann den Wunsch verspüren, für sein Heimatland zu spielen.»
Schlussendlich liege der Entscheid beim Spieler und müsse für die Öffentlichkeit nicht nachvollziehbar sein. «Es ist seine Entscheidung und er muss damit leben können. Da kann es so viele verschiedene Gründe geben, die wir nicht kennen. Natürlich ist es schade für den Schweizer Fussball, es bleibt aber seine Entscheidung.»