Torjäger Ajeti guckt in die Röhre – Petkovic: «Ich bin froh, habe ich ihn auf der Abrufliste»

pat

6.11.2020

Die Nati ist in der Nations League nach vier von sechs Spielen im letzten Rang klassiert. Nur wenn die Schweizer sowohl gegen Spanien als auch gegen die Ukraine punkten, ist der Abstieg noch abzuwenden. Das sagt Nati-Coach Vladimir Petkovic vor den heiklen Aufgaben.

Delikate Ausgangslage

Am 11. November testet die Schweiz gegen Belgien. Die Stammkräfte dürften in dieser Partie geschont werden, denn drei Tage später gilt es in der Nations League gegen Spanien ernst.

Sollte die Schweiz das Heimspiel in Basel gegen den Leader verlieren, dann steht bereits vor dem letzten Gruppenspiel gegen die Ukraine (17. November in Luzern) fest, dass die Schweiz aus der höchsten Spielklasse der Nations League absteigt. Aber auch ein Remis gegen Spanien könnte zu wenig sein, sollte die Begegnung zwischen Deutschland und der Ukraine ebenfalls unentschieden ausgehen.

Aktuell ist die Schweiz im letzten Rang klassiert, vier Punkte hinter Deutschland und der Ukraine und fünf Punkte hinter Spanien.


Auszüge aus der Nati-PK mit Vladimir Petkovic

«Zum Abschluss dieses besonderen Jahres haben wir nochmals die Gelegenheit, gegen drei Topmannschaften zu spielen. Das Freundschaftsspiel gegen Belgien bietet uns eine gute Möglichkeit zum Testen und zum Ausprobieren, gerade auch im Hinblick auf unser Fernziel, die EURO 2021.» Mit einem Lächeln im Gesicht ergänzt Petkovic: «Auch wenn man gegen die Weltnummer 1 eigentlich nicht zu viel ausprobieren sollte.»

Doch die folgenden Spiele sind wichtiger, geht es doch darum, den Abstieg zu verhindern. «In der UEFA Nations League war und ist es unser Ziel, in der Liga A zu bleiben. Dazu müssen wir nun gegen Spanien und gegen die Ukraine gewinnen. Das ist schwierig, aber nicht unmöglich. Wir sind optimistisch und zugleich auch realistisch. Gegen die besten Mannschaften Europas müssen wir 120 Prozent Leistung abrufen, um zu gewinnen.»

Optimistisch zu sein, das bedeute, dass er mit seiner Mannschaft «jeden Gegner dominieren» wolle. «Realistisch ist, dass wir gegen Mannschaften wie Spanien und Deutschland nicht gewinnen müssen. Aber es ist möglich.» Die beiden Spiele gegen Deutschland hat die Schweiz bereits bestritten (1:1 und 3:3). «Gegen Topgegner muss man auf höchstem Niveau spielen, individuell und als Mannschaft. Und es braucht auch ein bisschen Glück, das fehlte zuletzt.» Was den Nati-Trainer ebenfalls zuversichtlich stimmt, ist, mit «welcher Einstellung und mit welcher Lust, Fussball zu spielen», die Spieler jeweils einrücken würden.


Vladimir Petkovic zum Aufgebot

Mit Zakaria und Mbabu stünden weiter zwei wichtige Spieler nicht zur Verfügung, sie seien aber auf gutem Weg, zurückzukommen. Ebenfalls erwähnt Petkovic, dass Schär im zweiten Spiel gesperrt fehle, deshalb habe er ein 24-Mann-Kader aufgeboten. Und: «Wir haben Glück, dass wir eine sehr gute Abrufliste haben.» Dies würde dann wichtig, sollte ein Spieler kurzfristig ausfallen, sei es wegen eines positiven Coronatests oder einer Verletzung.

Im Aufgebot der Schweizer Nati gibt es kaum Überraschungen. Keine Regel ohne Ausnahme: Denn die meisten hätten damit gerechnet, dass Celtic-Torjäger Albian Ajeti (fünf Ligatore in acht Spielen) für seine starken Leistungen mit einem Nati-Aufgebot belohnt würde. Auf die Frage, weshalb Ajeti und Itten (er kommt bei den Rangers meist nur zu Teileinsätzen) nicht nominiert wurden, meint Petkovic: «Ich finde, wir haben andere Spieler, die uns weiterbringen können. Sie haben es in ihren Mannschaften aber auch gut gemacht in letzter Zeit. Ich bin froh, habe ich sie auf der Abrufliste.» 

Beim letzten Zusammenzug im Oktober drehte sich fast alles um Shaqiri, der nach über einem Jahr in die Nati zurückkehrte, dann aber positiv auf das Coronavirus getestet wurde, schliesslich aber doch nach Spanien mitreisen durfte. Seither hat der Edeltechniker auch im Klub wieder Nadelstiche gesetzt. Auf dessen Leistungen angesprochen, meint Petkovic, dass Shaqiri von der Nati profitiert habe – und umgekehrt. «In der Nati hat er gezeigt, dass er immer noch gut spielen kann, und er hat es dann bei Liverpool bestätigen können.» Viele würden aber nur darüber berichten, wenn er als Skorer auffalle, man müsse aber die Gesamtleistung sehen: «Ich habe einen Xherdan gesehen, der viel läuft und viel arbeitet. Und genau das brauchen wir.»

Das Aufgebot für die kommenden Länderspiele:

Auf Abruf:

Michel Aebischer (YB), Albian Ajeti (Celtic), Christian Fassnacht (YB), Cedric Itten (Rangers), Michael Lang (Gladbach), François Moubandje (Alanyaspor), Dan Ndoye (Nizza), Noah Okafor (RB Salzburg), Simon Sohm (Parma), David von Ballmoos (YB), Andi Zeqiri (Brighton & Hove Albion).

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