Mit einem 4:2-Sieg über Dänemark sichert sich Schottland die erste Teilnahme an einer Weltmeisterschaft seit Frankreich 1998. Gegen die Skandinavier verspielten die Bravehearts zweimal eine Führung, konnten aber am Ende jubeln – auch dank spektakulären Toren.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Schottland qualifiziert sich mit einem dramatischen 4:2-Sieg gegen Dänemark erstmals seit 1998 wieder für eine Fussball-Weltmeisterschaft.
- Die Partie in Glasgow bot spektakuläre Tore und einen späten Doppelschlag in der Nachspielzeit.
- Emotionale Szenen prägten den Abend, besonders bei Torwart-Veteran Craig Gordon und Captain Andy Robertson.
Am dramatischsten ging es am Dienstagabend in der WM-Qualifikation in Glasgow zu. Die Ausgangslage vor dem Spiel war klar: Während die Schotten im Direktduell gegen Dänemark für die direkte Qualifikation unbedingt einen Sieg brauchten, reichte den Gästen ein Remis.
Mittelfeldspieler Scott McTominay brachte die Schotten mit einem spektakulären Fallrückzieher nahe des Elfmeterpunkts nach nicht einmal drei Minuten in Führung. Die Dänen drückten danach aufs Gaspedal und suchen den Ausgleich.
Zwar haben die Gäste in der ersten Halbzeit fast achtzig Prozent Ballbesitz, doch ihr Visier ist falsch eingestellt. Kein einziger ihrer zahlreich abgegebenen Schussversuchen kommt aufs Tor.
Nach einer VAR-Intervention darf Rasmus Höjlund in der 57. Minute einen Foulelfmeter treten – Andy Robertson hatte Gustav Isaksen gefoult. Der Napoli-Stürmer macht es Klub-Kollege McTominay gleich und verwertet souverän.
Wilde Schlussphase
Nach einer Stunde fliegt Rasmus Kristensen mit Gelb-Rot vom Platz. Als Lawrence Shankland in der 78. Minute Schottland 2:1 in Führung schiesst, scheint die Sache geritzt. Doch Patrick Dorgu gelingt nur vier Minuten später der erneute Ausgleich.
Das Remis hätte den Dänen gereicht – doch in der dritten Minute der Nachspielzeit brachte Kieran Tierney das Stadion zum Beben. Kurz vor Abpfiff erhöhte dann noch Kenny McLean – in der 98. Minute segelt sein von der Mittellinie abgegebener Schuss über den aufgerückten Goalie Kasper Schmeichel ins Netz.
Während die gut 50'000 Zuschauer im Hamden Park nach dem historischen Moment völlig aus dem Häuschen sind, müssen die bemitleidenswerten Dänen den Gang in die Playoffs antreten.
Emotionale Momente
Schottland-Captain Andy Robertson wird nach dem Schlusspfiff emotional. «Ich konnte meinen Kumpel Diogo Jota heute einfach nicht aus dem Kopf bekommen. Er hat wegen einer Verletzung die WM in Katar verpasst. Ich habe sie verpasst, weil Schottland sich nicht qualifiziert hat. Wir haben immer darüber gesprochen, wie es wohl wäre, bei dieser Weltmeisterschaft dabei zu sein. Ich weiss, dass er heute Abend irgendwo über mich lächeln wird», erinnert sich der 31-Jährige bei der «BBC» an seinen verstorbenen Liverpool-Teamkollegen. Beide Profis hatten gemeinsam zwischen 2020 und 2025 für die Reds gespielt. Jota und sein Bruder André Silva waren Anfang Juli bei einem Autounfall in Spanien ums Leben gekommen.
Speziell ist der Triumph auch für Craig Gordon. Der Goalie gab sein Debüt 2004, sein Trainer hiess damals Berti Vogts. Danach erlebte er mit den Bravehearts oft enttäuschende Momente. 2023 erlitt er einen Beinbruch, doch Gordon gab nicht auf. In diesem Sommer wollte der Routinier aber einen Schlussstrich ziehen, doch Trainer Steve Clarke überredete ihn, nicht zurückzutreten.
Nun stand der 42-Jährige (wird am 31. Dezember 43) trotz aller Widrigkeiten gegen die Dänen im Tor. Und darf im hohen Alter noch eine WM geniessen. «Es hat sehr lange gedauert, über 20 Jahre mit dieser Truppe, um dorthin zu gelangen, mit einigen Rückschlägen auf dem Weg, einigen schlechten Nächten da draussen, aber ich glaube nicht, dass ich jemals wieder an etwas so Grossartigem teilnehmen werde. Es ist unglaublich, ein Teil davon zu sein. Es wird eine Weile dauern, bis ich das wirklich realisiert habe und über den nächsten Schritt nachdenken kann. Im Sommer hätte ich mich fast zur Ruhe gesetzt», so Gordon (via ESPN).