Fehler gefunden?
Jetzt meldenFehler gefunden?
Jetzt melden
Die Fans der FCZ-Frauen wollen, dass ihre Spielerinnen häufiger im Letzigrund spielen können – so beim diesjährigen Cupfinal.
KEYSTONE
Der FC Zürich erhöht die Ticketpreise für Frauen-Spiele deutlich – Saisonkarten kosten neu bis zu 160 Franken. Fans reagieren verärgert, vor allem wegen des wenig attraktiven Spielorts und fehlender Transparenz.
Der FC Zürich hat am Dienstagmorgen via Instagram neue Preise für Saisonkarten und Einzeltickets für die Frauen-Mannschaft bekannt gegeben. Die Saisonkarte kostet neu 160 Franken für Erwachsene und 80 Franken für Kinder und Jugendliche.
Einzeltickets schlagen für Erwachsene mit 20 Franken zu Buche. Kinder unter sechs Jahren bleiben gratis. Inhaber*innen von Saisonabos für die Männer-Mannschaft zahlen indes für die Spiele der Frauen nichts.
Der Instagram-Beitrag kam bei den Fans gar nicht gut an: Viele monieren, dass die Spiele weiterhin beim Sportzentrum Heerenschürli ausgetragen werden, das weder überdacht noch besonders familienfreundlich sei. «20 Franken pro Spiel und dann im Heerenschürli spielen: Das trifft genau meinen Humor», kommentiert ein Fan spöttisch.
Kritik gibt es auch von Laura Rivas Kaufmann, einer Expertin für Fankultur im Frauenfussball: «Ich war sehr erstaunt. Mit den 80 Franken mehr pro Saisonabo kommt der FCZ auf vielleicht 24'000 Franken Mehreinnahmen. Damit kommt man nicht auf einen grünen Zweig, stattdessen verärgert der Club die treusten Fans.»
Rivas Kaufmann fordert mehr Transparenz vom Club: «Ganz konkret – wo fliesst das zusätzliche Geld hin? Was wird zusätzlich gemacht? Es reicht nicht, wenn man sagt, man deckt bestehende Kosten. Es müsste klar sein, was neu dazukommt.»
Auch müsse der Club den Fans mehr bieten: «Für 160 Franken pro Saison oder 20 Franken pro Spiel hat man nicht einmal ein Dach über dem Kopf – und man sieht das Spiel auch vom Zaun aus gratis.» Sie betont: «Am Ende ist es vor allem schade für die Spielerinnen, wenn die Heimspiele aufgrund hoher Preise nicht so gut besucht sind wie bei anderen Clubs.»
«Für 20 Franken kein Dach über dem Kopf – und man sieht das Spiel auch vom Zaun aus gratis.»

Laura Rivas Kaufmann
Fankultur-Expertin
Der FCZ verweist auf Anfrage auf die Mitteilung, die zur Preiserhöhung veröffentlicht wurde. Dort heisse es, was mit den Mehreinnahmen gemacht werde: «Mit dem kontinuierlichen Ausbau des Betreuungs- und Trainerstabs, der Professionalisierung des Spielbetriebs und der steigenden Anzahl an Spielerinnen im Leistungszentrum steigen auch die strukturellen Kosten massiv. Von den zusätzlichen Investitionen profitieren sowohl das Spitzenteam als auch der Nachwuchs.»
Zum Spielort selbst steht da aber nichts. Grund: Der FCZ kann nicht selbst darüber entscheiden, wer wann im Stadion Letzigrund spielen darf. Hier hat die Stadt Zürich das sagen.
Diese schaut bei der Vermietung des Rasens genau auf die Kosten und Effizienz, wie ein Beispiel aus dem Jahr 2022 zeigte: Der FCZ wollte damals das Stadion für ein Frauen-Champions-League-Spiel nutzen, von der Stadt gab es aber eine Absage. Erschwerend kommt hinzu, dass am Utogrund gebaut wird.
Vom FCZ ist aber zu hören, dass in dieser Saison zumindest zwei bis drei Heimspiele im Letzigrund geplant seien.
Der FCZ selbst reagierte auf Instagram bislang nicht auf die Kritik der Fans. Stattdessen postete er am Mittwochmorgen eine Fotogalerie lächelnder Fussballspielerinnen mit dem Kommentar: «Motiviert, fokussiert – und immer mit einem Lächeln. 😁»