Als bislang kleinstes Land ergatterte sich Curaçao das Ticket für die WM 2026. FCZ-Spieler Livano Comenencia schildert im Interview mit blue Sport, wie emotional die Qualifikation mit seiner Nationalmannschaft war.
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- Curaçao hat sich als bislang kleinstes Land sensationell für die WM 2026 qualifiziert.
- FCZ-Profi Livano Comenencia beschreibt die historische Qualifikation als emotionales Erlebnis für ihn und die ganze Insel.
- Trainer Dick Advocaat formte das Team gezielt mit Spielern karibischer Wurzeln und wird auf Curaçao nun als Nationalheld gefeiert.
Die WM-Geschichte wird um eine weitere verrückte Story reicher. Der karibische Zwergstaat Curaçao hat sich vergangene Woche sensationell für die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko qualifiziert. Ein 0:0 zum Quali-Abschluss gegen Jamaika reichte Curaçao für den unglaublichen Coup.
Nach dem Schlusspfiff rannten Spieler und Betreuer ausgelassen über den Platz. Auch in der Heimat kannte der Jubel über das Fussball-Märchen keine Grenzen. Gefühlt war wohl fast jeder Inselbewohner auf den Beinen und feierte die neuen Helden der Nation.
Nach Angaben der nationalen Statistikbehörde vom Januar leben 156'115 Einwohner auf dem kleinen Stück Land. Zum Vergleich: Der deutsche Rekordmeister Bayern München hat aktuell 432'500 Mitglieder – und damit fast dreimal so viele wie Curaçao Einwohner. Curaçao ist erst seit 2010 unabhängig, gehörte zuvor zu den Niederländischen Antillen.
Comenencia: «Wir haben Geschichte geschrieben»
Mittendrin statt nur dabei beim Märchen des kleinen Inselstaates ist Livano Comenencia. Der Mittelfeldspieler des FC Zürich ist Stammspieler in der Nationalmannschaft Curaçaos und kam in allen Quali-Spielen zum Einsatz.
Im Interview mit blue Sport spricht der 21-Jährige über die grossen Emotionen, die er mit seiner Nation erleben durfte. «Ich bin so stolz auf das Team und die ganze Insel. Wir haben einfach Geschichte geschrieben, dafür braucht es keine Worte», sagt Comenencia. «Ich sah meine Mutter weinen, weil sie so stolz auf mich ist. Das ist das beste Gefühl, das es gibt. Daran werde ich mich immer erinnern.»
Advocaat wird zum Nationalhelden
Der gefeierte Mann bei Curaçao ist Dick Advocaat. Der Trainer-Veteran dürfte nach der erfolgreichen WM-Qualifikation endgültig zum Nationalhelden auf der kleinen Karibikinsel werden.
Der 78-Jährige, der in seiner Karriere unter anderem Trainer von Borussia Mönchengladbach, der belgischen sowie niederländischen Nationalmannschaft und Sunderland war, hat sich die niederländische Kolonialgeschichte zu nutzen gemacht und in seiner Heimat gezielt nach Spielern mit karibischen Wurzeln gescoutet.
Einer von ihnen ist eben auch Livano Comenencia, der bei PSV Eindhoven ausgebildet wurde und seit diesem Sommer beim FCZ spielt. «Wir fahren zur WM, stehen bald im Panini-Album. Das ist unglaublich», sagte Comenencia schon nach der erfolgreichen Quali.
Bislang war Curaçao vor allem für seine atemberaubenden Strände, tolle Tauchgebiete und den weltberühmten Likör bekannt. Nun zählt es im kommenden Sommer zu den 48 besten Fussballmannschaften der Welt und löst Island als bislang kleinsten WM-Teilnehmer ab.