Trotz heftigen Protesten – FIFA stockt die Klub-WM auf 24 Teams auf

15.3.2019 - 19:06, SDA/lbe

Infantino bestätigt die Aufstockung der Klub-WM auf 24 Mannschaften
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Infantino bestätigt die Aufstockung der Klub-WM auf 24 Mannschaften

15.03.2019

Die FIFA hält trotz heftigen Protesten an seinen Plänen fest und reformiert die Klub-WM ab dem Jahr 2021. Auch die Aufstockung der WM 2022 in Katar auf 48 Teams soll Tatsache werden.

Nach der über dreistündigen Sitzung im Ritz-Carlton-Hotel in Miami taucht Gianni Infantino mit einem Siegerlächeln bei der Pressekonferenz auf. Der FIFA-Präsident hat soeben seine gewünschte Reform der Klub-WM vor dem 31-köpfigen FIFA-Council durchgesetzt – statt sieben Mannschaften werden ab Sommer 2021 in einem «Pilotprojekt» gleich 24 Mannschaften am Turnier teilnehmen.

Die Aufstockung wurde insbesondere aus Europa eindeutig abgelehnt. Die sieben Delegierten der UEFA waren bei der Entscheidung allerdings zahlenmässig deutlich in der Unterzahl. Selbst ein angedrohter Boykott der einflussreichen europäischen Klub-Vereinigung ECA liess die Mehrheit im FIFA-Council kalt.

«Sie sehen einen glücklichen Fifa-Präsidenten», sagte Infantino danach. «Ich bin immer glücklich, aber heute besonders. Nicht für mich, sondern für den Weltfußball. Wir haben einige wichtige Beschlüsse gefasst.» 

FIFA prüft WM 2022 mit 48 Teams weiter

Auch eine Aufstockung der WM in Katar in drei Jahren soll weiter geprüft werden. Infantino erklärte nach der Sitzung: «Wir haben dem Council die Machbarkeitsstudie vorgelegt, in der wir zu dem Schluss kommen: Ja, es ist möglich, die WM 2022 von 32 auf 48 Teams auszuweiten – vorausgesetzt, dass einige Bedingungen erfüllt werden.» Den endgültigen Entscheid über das Format der WM in gut dreieinhalb Jahren treffe der FIFA-Kongress am 5. Juni in Paris, sagte er und meinte zur möglichen Aufstockung: «Wenn es passiert: fantastisch. Wenn es nicht passiert: fantastisch.»

Infantino: «Wenn es passiert: fantastisch. Wenn es nicht passiert: fantastisch.»
Bild: Keystone

Fraglich bleibt angesichts der diplomatischen Krise in der Golf-Region allerdings, welche Co-Gastgeber es geben kann. «Mein Eindruck ist, dass die politische Lage es völlig offen lässt, ob es zu einer Erweiterung der WM in Katar kommt», sagte DFB-Präsident und Council-Mitglied Reinhard Grindel der Deutschen Presse-Agentur. Bis Juni sollten Vorschläge erarbeitet werden, erklärte Infantino.

Sechs Partien pro Tag

Die WM im Wüstenstaat Katar würde bei einer Aufstockung nach dem Modus für die 48er-WM in den USA, Kanada und Mexiko 2026 ausgetragen werden: Die Mannschaften werden auf 16 Dreiergruppen aufgeteilt, anschliessend laufen vier K.o.-Runden bis zum Final. Damit sich die geplante Turnierdauer vom 21. November bis 18. Dezember 2022 nicht verlängert, müssten in der Gruppenphase voraussichtlich bis zu sechs Partien pro Tag stattfinden. Insgesamt würde die Anzahl der WM-Spiele von 64 auf 80 steigen.

Problematisch ist, dass Katar von den drei Nachbarländern und potenziellen Co-Gastgebern Bahrain, Vereinigte Arabische Emirate und Saudi-Arabien diplomatisch boykottiert wird. Die Saudis gelten als der Wunsch-Kandidat von Infantino. Aktuell wären die politisch neutralen Oman und Kuwait die aussichtsreichsten Kandidaten für die Rolle als Co-Gastgeber. Insgesamt müssen zwei bis vier weitere Stadien neben den acht geplanten Arenen in Katar gefunden werden.

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