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Giulia Looser ist sowohl bei GC als auch in der U19-Nati eine tragende Säule.
Giulia Looser ist bei den GC-Frauen Stammspielerin und gilt als eines der vielversprechendsten Talente der Schweiz. Mit blue News spricht die 18-Jährige im Vorfeld der U19-EM über ihre Vorbilder, Ziele und Träume.
Giulia Looser zieht sowohl bei GC als auch in der U19-Nati im Mittelfeld die Fäden. Ihre Laufbahn beginnt die 18-Jährige beim FC Buchs-Dällikon, wo sie zunächst zusammen mit ihrem Zwillingsbruder spielt und von ihrem Vater trainiert wird. Mit elf Jahren wechselt sie ins Footeco-Programm der Grasshoppers und spielt bis zur Stufe U15 ausschliesslich mit Buben.
«Es war nicht immer easy und hat vielleicht manchmal etwas weniger Spass gemacht», sagt Looser im Gespräch mit blue News und erinnert sich an «dumme Sprüche», die sie sich hin und wieder hat anhören müssen. «Aber ich glaube, das härtet einen auch ab. Fussballerisch hat es sich definitiv gelohnt und darum bin ich froh, dass ich diesen Weg gegangen bin.»
Auf die Saison 2024/25 wechselt sie zu den GC-Frauen, wo sie von Beginn an Stammspielerin ist und es bis heute bleibt. Ihr Debüt in der obersten Schweizer Liga, der AWSL, gibt sie im Alter von 16 Jahren und 174 Tagen.
Giulia Looser wird nicht ohne Grund eine rosige Zukunft vorausgesagt. An der U19-EM werden wieder viele Augen auf sie gerichtet sein – auch jene von Nati-Trainer Rafel Navarro.
Giulia Looser, bei der Swiss Football Night werden die besten Spieler und Spielerinnen des Schweizer Fussballs ausgezeichnet. In diesem Jahr standen in der Kategorie «Youngster Female» Lia Kamber, Leila Wandeler (Gewinnerin) und du zur Wahl. Was hat dir das bedeutet?
Im Januar wäre die Swiss Football Night gewesen, die wurde leider abgesagt (aufgrund der Brandkatastrophe von Crans-Montana; A.d.Red.). Aber das war schon sehr speziell und es hat sich cool angefühlt, dort nominiert zu sein. Es ist eine Belohnung für die Leistungen, die man gezeigt hat. Ich muss sagen, das war schon ein stolzer Moment.
Jetzt bereitest du dich auf die U19-EM vor, aber zuletzt warst du auch auf der Pikettliste der A-Nati. Was macht das mit dir?
Es war schon etwas Spezielles, als ich das erste Mal auf der Liste war. Aber ich wurde trotz allem immer noch für die U19 aufgeboten und darauf habe ich mich fokussiert. Aber es hat mir schon etwas bedeutet, meinen Namen auf dieser Liste zu sehen.
Dein Talent ist unbestritten und du bist nah dran an der A-Nati. Was sind deine grössten Stärken?
Meine grösste Stärke auf dem Platz ist wohl die Spielintelligenz. Ich kann Räume gut erkennen und diese mit dem Ball am Fuss anlaufen oder mit Pässen bespielen. Und ich würde sagen, meine Persönlichkeit ist auch eine grosse Stärke, ich kann eine Leaderrolle übernehmen.
Wer sind deine Vorbilder?
Im Frauenfussball ist es Lia Wälti. Ich finde, sie spielt einen extrem coolen Fussball. Sie ist sehr spielintelligent und spielt auf einer ähnlichen Position wie ich. Und bei den Männern finde ich Declan Rice von Arsenal einen Top-Spieler. Er ist physisch stark, sehr spielintelligent und auch technisch stark.
Wie sehen deine nächsten Karriereschritte aus?
Ich möchte bei GC sicher noch einmal eine gute Saison spielen, richtig viel Spass haben und natürlich möglichst einen Titel mit GC holen. Und ja, eine sehr gute U19-EM spielen. Und dann schauen wir weiter.

Giulia Looser zieht bei GC im Mittelfeld die Fäden.
IMAGO/STEINSIEK.CH
In der Schweizer Liga gibt es nur wenige Fussballerinnen, die genug verdienen, um davon leben zu können. Wie sieht das bei dir aus?
Ich mache eine KV-Ausbildung bei der UNITED school of sports. Ich wohne aber noch zu Hause und kann noch nicht vom Fussballspielen leben. Das KV schliesse ich im Sommer 2027 ab.
Willst du deshalb noch bei GC bleiben, um die Ausbildung abzuschliessen?
Ja, das ist sicher auch ein Mitgrund. Ich möchte sicher meine KV-Lehre abschliessen. Aber ich glaube, es ist sicher auch für meine fussballerische Entwicklung gut, noch mal ein Jahr in der Schweiz zu bleiben. Wer weiss, was dann nächstes Jahr passiert.
Was sind denn deine Träume als Fussballerin?
Mal in einem Champions-League-Final zu spielen, wäre sicher ein grosser Traum. Und natürlich auch für die A-Nati aufzulaufen.
Mit Sydney Schertenleib warst du im Sommer 2024 im Trainingslager, kurz bevor sie zu Barcelona wechselte. Wäre das auch ein Traumverein für dich?
Barcelona ist wahrscheinlich der beste Verein der Welt. Und das wäre definitiv ein Traumverein, würde ich sagen. Es gibt aber auch noch andere. Aber klar, Barcelona wäre schon sehr, sehr cool.
Zurück ins Hier und Jetzt: Was sind deine Ziele an der U19-EM?
Wir setzen uns natürlich hohe Ziele. Aber grundsätzlich schauen wir Spiel für Spiel. Das nächste Spiel ist immer das Wichtigste. Wenn wir uns an dieses Motto halten, dann glaube ich, dass wir erfolgreich sein werden.
Das nächste Spiel ist jenes gegen die Spanierinnen, die zuletzt vier Mal in Folge die U19-EM gewonnen haben. Warum könnt ihr sie schlagen?
Ich glaube, unsere grosse Stärke ist der Teamgeist. Jede geht für jede. Wir haben auch extrem viel Qualität. Wir haben sehr wenige Gegentore zugelassen und haben jetzt auch in der zweiten Quali-Runde viele Tore geschossen. Aber schlussendlich macht unser Teamgeist den Unterschied und wir haben eine extrem starke Mentalität als Team.
Gibt es zum Schluss noch irgendetwas, das du über dich verraten kannst, was noch nicht alle wissen?
Mir haben schon ein paar Leute gesagt, dass ich auf dem Platz ein ganz anderer Mensch bin als daneben. Auf dem Platz bin ich sehr emotional und sehr aggressiv. Und neben dem Platz bin ich eigentlich so ziemlich das Gegenteil davon.