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Nichts für Schönwetterfussballerinnen: Das Abschlusstraining der Frauen-Nati.
Am Dienstag bestreitet die Schweiz das letzte Gruppenspiel der WM-Quali. In Nordirland geht es darum, sich mit einem weiteren Sieg eine möglichst gute Ausgangslage für die Playoffs zu schaffen. Doch in der Vorbereitung läuft nicht alles rund.
Am Freitag feierte die Schweizer Frauen-Nati bei der Stadion-Eröffnung der AIL Arena in Lugano einen 6:1-Sieg gegen Malta. Es war der perfekte Fussballabend: Stadion, Rasen, Fans, Wetter – einfach alles hat gepasst.
Vier Tage später spielt die Schweiz auswärts gegen Nordirland, aber nicht etwa im Windsor Park, dem Nationalstadion, sondern im 1895 eröffneten Mourneview Park. Zwar wurde das Stadion zwischen 1992 und 2011 mehrfach renoviert, bloss sieht man das dem Stadion – zumindest auf den ersten Blick – nicht an. Wenn man am Spielfeldrand steht, dann erhält man den Beweis dafür, dass die Erde eine Kugel ist.
Dennoch ist die Laune bei Nadine Riesen und Rafel Navarro am Tag vor dem Spiel bestens. Ein online zugeschalteter Journalist hat das Mikrofon nicht auf stumm geschaltet, es schmerzt in den Ohren. Navarro kommentiert trocken, aber mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht: «Red Card!»

Medienchef Giorgio Iacovazzo (links), Rafel Navarro und Nadine Riesen beantworten auch die Fragen der online zugeschalteten Journalisten.
Keystone
Auch Riesen ist gut gelaunt, nur bei Fragen nach ihrer Zukunft blockt sie eiskalt ab. «Ich weiss, was ich machen werde», sagt die 26-Jährige, die Eintracht Frankfurt nach drei Jahren verlässt. Sie habe einfach das Gefühl gehabt, es sei der richtige Zeitpunkt, um die «Komfortzone» zu verlassen und «den nächsten Schritt» zu machen. Mehr ist aus der Nati-Spielerin nicht herauszupressen, man kann es noch so oft versuchen. Schliesslich sagt sie: «Ich würde gerne Fragen zum Nordirland-Spiel beantworten. Alles andere werdet ihr dann schon erfahren.»
Auf das Nordirland-Spiel angesprochen, haut Riesen dann eine Kampfansage raus. «Wir wollen das Spiel mit mindestens drei Toren Unterschied gewinnen. Und hinten soll die Null stehen, das ist mein Anspruch als Verteidigerin.»
Ein Selbstläufer ist das aber nicht, wie der Blick auf die Spiele der laufenden Kampagne zeigt. Beim WM-Quali-Auftakt unterlag Nordirland der Schweiz zwar 0:2 – aber mehr als zwei Gegentore in einem Spiel haben sie auch danach nie zugelassen. Und die beiden Spiele gegen Malta haben sie mit dem Gesamtskore von 8:2 klar für sich entschieden.
Weshalb also diese forsche Kampfansage? Mit dem Sieg gegen Malta hat sich die Nati zwar bereits vor dem letzten Spieltag den Gruppensieg gesichert, doch das ist nicht alles, was zählt. Denn es gibt auch eine Gesamtrangliste aller Teams aus der Liga B – und die ist bei der Auslosung der Playoff-Paarungen von Bedeutung. Aktuell belegt die Schweiz da Rang 2. Mit finnischer Schützenhilfe wäre es aber noch möglich, an Portugal vorbeizuziehen. Würde die Partie in Finnland unentschieden ausgehen, würde der Schweiz ein Sieg mit drei Toren Differenz reichen, um die Tabellenspitze zu erklimmen.
Bleibt zu hoffen, dass das, was sich am Montagnachmittag in Lurgan abgespielt hat, kein böser Vorbote war. Denn kurz nach der Pressekonferenz ist die Stimmung noch bestens. Nadine Riesen schnappt sich am Spielfeldrand ein SRF-Mikrofon, um ein Blitzinterview mit Rafel Navarro zu führen. Ein paar Meter daneben wirft sich Torhütertrainerin Nadine Angerer in Yoga-Posen und jauchzt plötzlich laut auf, weil es ihr irgendwo leicht reinzwickt. Johan Djourou, der direkt danebensteht, kugelt sich vor Lachen.

Nadine Riesen interviewt ihren Trainer.
Keystone
Ein paar Minuten später, just in dem Moment, als die erste Spielerin einen Fuss aufs Feld setzt, beginnt es zu tröpfeln. Als ein paar Augenblicke später auch noch die letzten Spielerinnen das Feld betreten, da schüttet es bereits wie aus Kübeln. Und das Bild wird noch weiter getrübt. Dass die Schweizerinnen Tore schiessen können, haben sie gegen Malta zwar bewiesen, stellt sich bloss die Frage, ob es auch diejenigen können, die zur Verfügung stehen. Denn Aurélie Csillag (1 Tor) ist gar nicht erst nach Nordirland gereist, zudem fehlen im Abschlusstraining Sydney Schertenleib (1 Tor) sowie Riola Xhemaili (2 Tore).