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Nati-Coach Rafel Navarro leitet eine Trainingseinheit.
Keystone
Am Freitag bestreitet die Frauen-Nati im Rahmen der WM-Quali das erste Spiel im neuen Stadion in Lugano. Die Vorfreude bei Rafel Navarro und Viola Calligaris ist gross, wichtiger sei aber das Resultat. Die Nati will mit einem Sieg gegen Malta den Gruppensieg klarmachen.
Am Donnerstag bei der Pressekonferenz am Tag vor dem WM-Quali-Spiel gegen Malta wird Englisch, Italienisch, Französisch und Deutsch gesprochen, was in etwa so anspruchsvoll sein dürfte wie eine Trainingseinheit unter dem detailversessenen Rafel Navarro. Es funktioniert, wenn man sehr konzentriert und ganz genau zuhört.
Mit einem Sieg gegen den krassen Aussenseiter Malta kann die Schweiz schon vor dem letzten Spiel in Nordirland (9. Juni) Platz 1 in der WM-Quali-Gruppe sichern und sich damit für die folgenden Playoffs eine bessere Ausgangslage schaffen. Zudem bedeutet Platz 1 den Aufstieg in die Liga A, was für die kommende Nations-League-Kampagne Vorteile mit sich bringt. Gespielt wird in Lugano, die Nati-Frauen eröffnen das neue Cornaredo.
Rafel Navarro sagt, es sei «eine grosse Ehre», das Stadion zu eröffnen. Es seien auch schon fast alle Tickets weg und so hoffe er auf eine gute Stimmung. «Das kann dem Team sehr helfen, dieses für uns so wichtige Spiel zu gewinnen.» Allerdings hebt er auch den Mahnfinger: «Wir müssen uns bewusst sein, dass wir nicht auf einer Party sind. Wir wollen uns den Gruppensieg holen.»
Viola Calligaris ist sich der Ausgangslage ebenfalls bewusst: «Wir alle wissen, dass es ein sehr wichtiges Spiel für uns ist. Wir sind Profis und wissen, wie wir mit diesen Emotionen umgehen müssen. Ich habe mir das Stadion schon angeschaut, es ist wunderschön. Es ist wirklich eine Ehre für uns, die erste Mannschaft zu sein, die hier spielt. Ich glaube, vor ein paar Jahren wäre sowas undenkbar gewesen. Die Atmosphäre wird sicher toll sein und uns helfen, ein gutes Spiel zu machen.»

Viola Calligaris freut sich darauf, mit der Nati das Stadion in Lugano zu eröffnen zu dürfen.
Keystone
Ganz alle Tickets sind noch nicht weg. Wer sich noch kurzfristig für einen Besuch entscheidet, der muss die Tickets online bestellen, eine Abendkasse gibt es nicht. Die Wetterprognose sieht ebenfalls vielversprechend aus.
In der Nati ist Calligaris unumstrittene Stammspielerin, bei Juventus Turin sah dies in der abgelaufenen Saison anders aus. Mal spielte sie, mal sass sie auf der Bank – letzteres war auch in den beiden Finalspielen der Cup-Wettbewerbe der Fall. Ihr Saisonrückblick fällt deshalb «ein bisschen durchzogen» aus, doch als Fussballerin gebe es nun mal bessere und schlechtere Phasen. «Man muss einfach fokussiert bleiben und alles geben, wenn man dann spielt.»
Ihr Vertrag bei Juventus läuft Ende Juni aus. Was ihre Zukunft betrifft, da setzt Calligaris das perfekte Pokerface auf und lässt sich nicht wirklich in die Karten schauen: «Ich mache mir jetzt keine grossen Gedanken. Es ist klar, dass jetzt Gespräche geführt werden, aber zuerst liegt der Fokus auf der Nationalmannschaft.»
Gibt es Rahmenbedingungen, die ihren Entscheid beeinflussen? Soll es eine schöne Stadt sein oder ein Team, das in der Champions League spielt? Und reizen sie besonders die Ligen in England und Deutschland, die, wie sie selbst sagt, beispielsweise jener in Italien ein paar Schritte voraus sind? «Für mich ist entscheidend, dass das Gesamtpaket stimmt. Es gibt nicht einen Fokus auf einen bestimmten Punkt», so die knappe Antwort der 30-Jährigen.
Zumindest eins scheint klar: In der kommenden Saison wird Calligaris nicht mehr für Juventus Turin auflaufen – und auch ein Verbleib in der italienischen Liga scheint unwahrscheinlich.
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