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Jetzt meldenZwei Spiele, zwei Siege! Besser hätte die Schweiz nicht in die WM-Qualifikation starten können. Könnte man meinen. Denn im Nati-Lager herrscht nach dem 4:1-Sieg gegen Malta alles andere als Partystimmung.
«Wir sind zufrieden mit den drei Punkten, aber wir wollten mehr als vier Tore schiessen und keine Tore bekommen. Deswegen sind wir jetzt nicht am Party machen», sagt Wandeler nach dem 4:1-Sieg gegen Malta. Auf das Gegentor angesprochen, bei dem die auf ungewohnter Position spielende Wandeler nicht die beste Falle macht, sagt sie mit bedrückter Stimme: «Das tut mir leid fürs Team.» Also gibt es keine Tanzvideos wie an der EM? Immerhin ein kurzes Schmunzeln zeichnet sich in ihrem Gesicht ab, gefolgt von einem: «Vielleicht ein bisschen.»
Auch Noelle Maritz, die schon weit über 100 Länderspiele bestritten hat, versprüht wenig Freude. Die Punkte nehme man mit, «aber spielerisch können wir sicher viel mehr bieten». Auch die eigentlich stets gut gelaunte Nadine Riesen ist nicht wirklich zufrieden mit dem Gezeigten. «Es ist halt ärgerlich, wenn man die Tore nicht macht. Ich vergesse immer, dass wir vier gemacht haben, aber es hat sich angefühlt, als hätten wir zehn machen müssen. Das blockiert die Emotionen gerade ein bisschen.»
Und wie analysiert die zur Pause eingewechselte Aurélie Csillag, Torschützin zum 4:1, die Partie? Sie übt sich erst mal in Selbstkritik und meint: «Ich hätte heute auch ein paar Sachen besser machen können. Ich hatte ein paar unnötige Ballverluste und falsche Entscheidungen getroffen. Aber da kann man nur daraus lernen.»
Zur Erinnerung: Die Schweizer Frauen-Nati hat vier Tage nach dem 2:0-Sieg gegen Nordirland gerade einen 4:1-Auswärtssieg gegen Malta eingefahren und führt die Tabelle vor den punktgleichen Türkinnen an. Was sagt Trainer Rafel Navarro dazu, dass die Spielerinnen die Gratulationen zum Sieg mit schonungsloser Selbstkritik kontern?
«Mir gefällt das. Es ist das Gefühl, das wir heute haben müssen, denn wir können es viel besser machen. Natürlich sind wir glücklich über die beiden Siege, aber unsere Ansprüche sind höher. Es geht nicht nur um die Resultate, sondern auch um die Spielweise. Heute waren wir weit weg von unserem besten Level.» Und was hat ihm gefallen? Navarro atmet tief durch und überlegt: «Das Beste war vielleicht, dass wir vier Tore erzielt haben.» Zwei Spielerinnen, die von Kritik verschont bleiben, sind die beiden Innenverteidigerinnen Noelle Maritz und Viola Calligaris. Auch das hört sich ein bisschen wie eine Ohrfeige für den Rest des Teams an, denn wirklich viel zu tun hatten die beiden nicht.
Dass man sich im Schweizer Lager nicht so schnell zufrieden gibt, das ist sicher eine gute Eigenschaft. Und doch stellt sich die Frage: Übertreiben es die Schweizerinnen und ihr Trainer nicht? Ist das nur Selbstkritik oder schon Selbstzerfleischung?
Immerhin hat die Nati zwei ungefährdete Siege eingefahren und grüsst mit dem Punktemaximum und einem Torverhältnis von 6:1 von der Tabellenspitze. Wenn sich dann plötzlich das Gefühl breitmacht, dass man es ohnehin nie gut genug machen kann, dann ist das über kurz oder lang Gift für das teaminterne Klima. Und wenn die Stimmung erst mal im Keller ist, dann wird sich das negativ auf die Leistungen auswirken.
Im April folgen nun die beiden Spiele gegen die punktgleichen Türkinnen (Torverhältnis 4:0). Schauen dabei nicht zwei Siege heraus, so brennt der Baum, soviel ist jetzt schon klar.