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Folarin Balogun darf trotz Rotsperre spielen
EPA
Donald Trump setzte sich bei FIFA-Präsident Gianni Infantino persönlich für die Aufhebung der Rotsperre gegen US-Star Folarin Balogun ein. Dabei wäre der 25-jährige Stürmer gar kein US-Amerikaner, wenn es nach dem US-Präsidenten ginge.
Per Telefonanruf machte sich Donald Trump bei Gianni Infantino für eine Aufhebung der Rotsperre gegen USA-Spieler Folarin Balogun stark. Dabei setzt sich der US-Präsident für einen Bürger ein, der den US-Pass seiner Meinung nach gar nie hätte erhalten sollen.
Denn lediglich aufgrund eines besorgten Mitarbeiters einer Fluggesellschaft stürmt der 25-Jährige für die USA. Balogun war noch im Bauch seiner Mutter Florence, als sie 2001 im siebten Monat schwanger für einen Kurztrip nach New York reiste. Nur die Rückreise verlief nicht wie geplant, da die Fluggesellschaft sie wegen der Grösse ihres Bauches nicht fliegen lassen wollte.
So kam es, dass Folarin schliesslich in Brooklyn geboren wurde und die ersten Monate seines Lebens dort in der Zweizimmerwohnung von Florences Schwägerin verbrachte, bevor Mutter und Kind – Folarin war nun sechs Monate alt – als gesund genug für den Heimflug eingestuft wurden. Und das mit US-Pass für das Baby im Gepäck. Sichergestellt durch das Birthright Citizenship, ein 150 Jahre altes Geburtsrecht, wonach jedes in den USA geborene Kind automatisch die Staatsbürgerschaft erhält.
Ab dann wuchs Balogun in London auf. Dementsprechend spricht er auch mit britischem Akzent und schien zunächst prädestiniert für die englische Nationalmannschaft. Balogun kickte für die U17, U18, U20 und U21 der «Three Lions», bevor er sich letztendlich doch für die USA entschied.
In einer Welt, in der alles nach Donald Trumps Vorstellungen liefe, hätte er das aber nie tun können. Denn dann gäbe es gar kein Birthright Citizenship. Zumindest nicht für Kinder, deren Eltern sich nur vorübergehend in den USA aufhalten.
Der US-Präsident versuchte, die alte Regelung mit einer Durchführungsverordnung einzuschränken, scheiterte mit seinem Vorhaben vergangene Woche aber am Supreme Court.
Der Oberste Gerichtshof entschied mit 6:3 Stimmen, dass in den USA geborene Babys ein verfassungsmässiges Recht auf die Staatsbürgerschaft haben.