Ärger wegen Tor-Klau Guardiola: «Dieser Schiri ist speziell – er mag es, anders zu sein»

jar

11.4.2018

Werden keine Freunde mehr: Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz und City-Coach Pep Guardiola.
Werden keine Freunde mehr: Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz und City-Coach Pep Guardiola.
Getty/Keystone

Manchester City schafft die Wende gegen Liverpool nicht und scheidet aus der Champions League aus. Der Sündenbock ist im Schiedsrichter schnell gefunden. Zu reden gibt vor allem das vermeintliche 2:0, das wegen Abseits zu Unrecht aberkannt wurde.

City machte in der ersten Halbzeit Dampf, dominierte die Reds nach Belieben und ging schon nach zwei Minuten in Führung. Von Liverpool war nichts zu sehen. Kurz vor der Pause dann lag der Ball zum zweiten Mal im Tor. Leroy Sané hatte getroffen, Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz gab den Treffer aber nicht. Abseits soll es gewesen sein, ein krasser Fehlentscheid. Der Ball kam von Liverpool-Spieler James Milner zu Sané, der zu keinem Zeitpunkt im Abseits stand.

«Dieses Tor hätt vieles verändert», meint Guardiola nach dem Spiel. «Es macht einen Riesen-Unterschied, ob du 2:0 oder 1:0 führst.» Mit einer 2:0-Führung hätte City nur noch ein Tor zum Ausgleich gefehlt, so mussten die Skyblues nach der Pause noch riskanter spielen und kassierten in der 56. Minute das entscheidende 1:1 durch Mohamed Salah.

Guardiola sah dieses Tor von der Tribüne aus, weil er in der Pause vom Platz verwiesen wurde, nachdem er dem Unparteiischen seine Meinung gegeigt hatte. Der City-Coach erklärt nach der Partie: «Ich habe Lahoz nur gesagt, dass es ein klares Tor war, dass Milner den Ball berührt hatte. Das war alles». Mit seinem Landsmann wird sich Guardiola kaum mehr anfreunden. «Ich kenne ihn aus Spanien. Er ist ein spezieller Typ. Er mag es, anders zu sein», lästert er. «Er fällt gerne auf. Wenn eine Situation für alle deutlich erscheint, macht er gerne das Gegenteil.»

Schon beim letztjährigen Champions-League-Ausscheiden der Citizens gegen Monaco war Lahoz hautnah dabei. Damals entschied er bei einer Penalty-Szene fälschlicherweise auf Schwalbe. «Beim Stand von 1:1 lief Agüero auf den Goalie zu... Es war der gleiche Schiedsrichter», erinnert sich Guardiola. 

Peps Gratulation an Liverpool

Nach Salahs Ausgleichstor war die Sache natürlich gegessen, City hätte vier weitere Tore gebraucht. Roberto Firmino schoss sogar noch den 2:1-Siegtreffer für Liverpool. Die Reds stehen erstmals seit zehn Jahren wieder in den Halbfinals der Königsklasse.

Trotz allem Frust liess es sich Guardiola nicht nehmen, dem Gegner fürs Weiterkommen zu gratulieren: «Liverpool ist eine Top-Mannschaft mit einem Top-Trainer. Wir sind gegen ein fantastisches Team ausgeschieden. Ich hoffe, sie werden Englands Fussball im Halbfinal würdig vertreten».

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