Hoeness wütet weiter: «Ter Stegen sollte in die Ecke gestellt werden»

19.9.2019 - 22:15, dpa/jar

Uli Hoeness stichelt weiter gegen den DFB und Marc-André ter Stegen.
Bild: Keystone

Die Goalie-Debatte um Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen nimmt kein Ende. Nachdem Uli Hoeness den Barcelona-Keeper und den DFB am Mittwoch harsch kritisiert hatte, legt er keine 24 Stunden später nach.

Bayern-Präsident Uli Hoeness liess am Mittwochabend nach dem geglückten Champions-League-Auftakt der Münchner (3:0 gegen Roter Stern Belgrad) mächtig Dampf gegen Marc-André ter Stegen und den DFB ab. Und er legt am Donnerstag nach: Hoeness attackiert den Barcelona-Keeper, der auf mehr Einsatzzeit im Tor der deutschen Nationalmannschaft hofft, erneut. Er fordert den DFB auf, den ärgsten Konkurrenten von Manuel Neuer in die Pflicht zu nehmen.

«Von den handelnden Personen hätte ich schon erwartet, dass man den Herrn ter Stegen mal in die Ecke stellt und ihm mal klar sagt, dass es so nicht geht», sagt Hoeness bei einem Basketball-Termin in der Münchner Arena. «Er beschädigt hier einen völlig untadeligen Sportsmann wie den Manuel Neuer.»

Und weiter: «Neuer wird jetzt als altes Eisen dargestellt, der nach der Europameisterschaft aufzuhören hat. Da werden sich manche noch wundern. Wenn das so weitergeht, spielt der in fünf Jahren noch – dann hat ter Stegen wahrscheinlich schon einen grauen Bart.»



Hoeness stichelt weiter gegen den DFB

Schon am Mittwoch stänkerte der Bayern-Präsident gegen ter Stegen. Dieser sei zwar ein guter Torwart, habe aber überhaupt keinen Anspruch, zu spielen. «Neuer ist doch viel besser und erfahrener», so Hoeness. Der Bayern-Keeper habe nach der langen Fussverletzung seine «alte Form» wiedergefunden. Daher könne es doch «gar keine Diskussion» um die Nummer eins geben, meinte Hoeness. Ter Stegen hatte sich Anfang Woche öffentlich über seine Reservistenrolle in der Nationalmannschaft beklagt.



Dass es die DFB-Verantwortlichen zulassen, dass ein Mitspieler mit einem Thema in die Öffentlichkeit gehe, das er nur mit dem Trainer zu besprechen habe, kann Hoeness nicht verstehen, wie er schon am Mittwoch klar ausdrückte: «Das ist nicht in Ordnung! Wir werden uns das in Zukunft nicht mehr gefallen lassen, dass unsere Spieler hier beschädigt werden ohne Grund.»

Am Donnerstag attackiert der Bayern-Präsident Bundestrainer Jogi Löw und Co. erneut, da sie sich nicht kritisch gegenüber ter Stegen geäussert hatten. «Ich hätte mehr Unterstützung erwartet. Deren Stärke ist es ja immer, in den Wald zu gehen und zu pfeifen», so Hoeness über die DFB-Verantwortlichen. Zuvor hatte schon Bayerns Vorstandvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge «Klartext» seitens des DFB und «ein Stück Dankbarkeit» gegenüber Neuer eingefordert.

Bierhoff reagiert überrascht

Kritik, welche beim Deutschen Fussball-Bund für Kopfschütteln sorgt. DFB-Direktor Oliver Bierhoff kontert am Donnerstag: «Die Vorwürfe überraschen mich, und ich habe dafür auch kein Verständnis.» Neuer sei «entgegen einiger kritischer Stimmen die Nummer eins in Russland» gewesen. Er sei auch nach dem eingeleiteten Umbruch «unser Captain» und habe in den zwölf Länderspielen seit der WM zehnmal komplett durchgespielt. «Das sind doch eindeutige und ganz entscheidende Statements der Trainer», schlussfolgert Bierhoff.



«Man muss sich da schon die Fakten anschauen», sagt der DFB-Direktor an die Adresse der Bayern-Bosse. «Der Bundestrainer hat schon Ende letzten Jahres gesagt, dass er bis zur EM auf Manu baut, wenn nichts Aussergewöhnliches passiert. Ich weiss nicht, ob man das ständig wiederholen muss, zumal Manus gerade zuletzt gezeigten Leistungen doch absolut für ihn sprechen.» Trotzdem werde auch ter Stegen «seine Einsätze bekommen».

Die beiden Goalies, welche die heisse Debatte mit gegenseitigen Seitenhieben ausgelöst hatten, haben sich derweil beruhigt. «Wenn es Gesprächsbedarf gibt, dann wird es den geben, wenn nicht, dann nicht», äusserte sich Neuer am Mittwochabend vage. «Ich will hier nicht grossartig eine Debatte führen und darüber reden, was wer wie gut kann. Ich will einfach meinen Job erledigen.»

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