Hütter nach bitterem Aus: «Die Köpfe hängen unten, Tränen sind geflossen» 

dpa/lbe

10.5.2019

Enttäuscht vom Resultat, aber stolz auf seine Mannschaft: Frankfurt-Trainer Adi Hütter.
Bild: Getty

Nur ganz wenig fehlt Eintracht Frankfurt am Donnerstagabend an der Stamford Bridge, um in den Final der Europa League vorzustossen. Nach dem bitteren Aus herrscht grosse Enttäuschung – aber auch Stolz.

Eintracht Frankfurt verabschiedet sich nach der Niederlage im Elfmeterschiessen beim FC Chelsea mit erhobenem Haupt aus der Europa League. An der Stamford Bridge zeigt die Mannschaft von Adi Hütter einen starken Auftritt, schafft nach dem Führungstreffer durch Ruben Loftus-Cheek dank Luka Jovic kurz nach der Pause den Ausgleich. 

Ein weiterer Treffer aber gelingt dem Fussball-Bundesligisten vom Main trotz vorhandener Chancen auch in der Verlängerung nicht, so dass nach dem 1:1 aus der Halbfinal-Hinpartie im Elfmeterschießen der Sieger ermittelt werden musste. Dort hält Eintracht Keeper Kevin Trapp den Elfer von Chelsea-Kapitän César Azpilicueta und bringt die Hessen auf dem besten Weg zum größten Erfolg seit dem UEFA-Cup-Gewinn vor 39 Jahren. Doch mit Martin Hinteregger und Goncalo Pacencia scheitern die letzten Schützen der «Adler», so dass Weltstar Eden Hazard mit seinem verwandelten Elfmeter den Sieg für Chelsea sichern konnte.

Hütter: «Wir hätten es verdient gehabt»

Nach dem bitteren Ende des dramatischen Halbfinal-Thrillers der Europa League beim FC Chelsea herrschte bei Eintracht Frankfurt große Enttäuschung - aber auch Stolz. «Es tut natürlich im ersten Moment weh, denn wir hätten es verdient gehabt, ins Finale zu kommen», sagte Eintracht-Trainer Adi Hütter in der Nacht zum Freitag. «Wir sind sehr enttäuscht, dass unser Traum geplatzt ist. Aber ich bin unheimlich stolz darauf, was die Mannschaft hier an der Stamford Bridge geleistet hat», meinte Trainer Adi Hütter und berichtete: «Die Köpfe hängen unten, Tränen sind geflossen.»

Angesichts der Überlegenheit und besseren Chancen nach der Halbzeit hätte auch für Sportvorstand Fredi Bobic seine Mannschaft den Sieg verdient gehabt: «Wir sind enttäuscht, weil wir aufgrund der besseren Chancen das Weiterkommen sicher verdient gehabt hätten, aber wir können in erster Linie sehr stolz auf diese Truppe sein.»

Respekt von Sarri

Auch Chelsea-Coach Maurizio Sarri zollt der Eintracht Respekt für eine couragierte Leistung. «Es war ein schweres, offenes Spiel, in dem Frankfurt sehr gefährlich war», sagt der Italiener und gibt zu, dass die Deutschen gegen Ende der Partie spielerische Vorteil hatten. «Frankfurt war besser in den letzten 20 Minuten der zweiten Hälfte. Es war ein wundervolles Match.» Im Final trifft Chelsea im rein englischen Duell auf Stadtrivale Arsenal London, das sich gegen Valencia souverän durchsetzte

Eintracht Frankfurt dagegen konnte den letzten Schritt ins Finale am 29. Mai in Baku nicht mehr machen, hat aber Eindruck in 14 Europacupspielen hinterlassen. Die Frankfurter haben in diesem europäischen Wettbewerb aufgetrumpft wie seit dem Gewinn des UEFA-Cups 1980 gegen Finalgegner Borussia Mönchengladbach nicht mehr.

In 14 Spiele verlor die Eintracht nur eine Partie bei Benfica Lissabon (2:4) und schaltete Spitzenclubs wie Olympique Marseille, Lazio Rom, Schachtjor Donezk und Inter Mailand aus. Damit gewannen die Hessen nicht nur an sportlichem Profil, sondern auch 12,84 Millionen Euro an Prämien. «Insgesamt haben wir einen ungeheuren Ritt vollführt, die Liga und den Verein repräsentiert», bilanzierte Bobic. «Jetzt weiß jeder, was die Eintracht zu leisten im Stande ist.»

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