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Jetzt meldenBeni Huggel traut der Nati trotz Fehlstark ein starkes Turnier zu. Während sich der SRF-Experte über die fussballerische Klasse keine Sorgen macht, vermisst er im Team teilweise eine andere Qualität.
Für Beni Huggel ist klar: Die Nati hat nach dem enttäuschenden 1:1-Remis gegen Katar zum WM-Turnierauftakt nach wie vor alles in den eigenen Füssen. «Ich glaube nicht daran, dass es eine schlechte WM wird», betont der SRF-Experte im «Heimspiel bei der Nati» und erklärt seine Zuversicht unter anderem mit der enormen fussballerischen Klasse im Team.
«Die Schweizer Mannschaft ist sehr talentiert», sagt Huggel. Doch: «Es gibt viele Spieler, bei denen du das Gefühl hast, sie mussten sich noch nie mit Mentalität durchsetzen. Die Nati gewinnt oft, wenn sie besser ist und mit spielerischen Mitteln gewinnt. Aber wenn sie gleich gut sind und vielleicht durch einen Standard einen Sieg erzwingen müssen, einen Willenssieg – das fehlt mir teilweise etwas in dieser Generation.»
Huggel ist deshalb überzeugt, dass die nächsten Spiele für die Nati vor allem über die Mentalität gehen. «Die Grenze dieser Mannschaft ist viel höher als noch zu meiner Generation. Die Frage ist einfach, wie oft sie an diese Grenze kommt. Dort hat dieses Team manchmal Hänger und das ist schade», sagt Huggel und erklärt: «Wir haben nicht so viele Spieler, die unglaubliche Weltklasse sind, wie das andere Nationen haben. Wir haben ein sehr gutes Kollektiv und eine eingespielte Gruppe. Aber alle müssen immer an ihr Leistungslimit kommen, um auf Top-Niveau Gegner zu schlagen.»
Diesbezüglich hat Huggel die zweite Halbzeit gegen Katar überhaupt nicht gefallen. «Ich finde es gefährlich, wenn man nach einer guten ersten Halbzeit das Gefühl hat, es läuft einfach so weiter», so der 48-Jährige. «Der Gegner glaubt mit jeder vergebenen Chance an das Fussball-Wunder. Darum hätte es in der zweiten Halbzeit noch mehr Willen gebraucht, um das Spiel zu töten.»
Im zweiten Spiel gegen Bosnien ist für Huggel genau dieser unbändige Wille gefordert. «Es braucht den Glauben an sich selbst, dass jeder über seine Grenze geht. Wenn du zu viel Rasen-Schach im Kopf hast, dann kommt der unbändige Glaube vielleicht etwas abhanden», sagt Huggel und erinnert sich an die Worte seines Ex-Trainers Thorsten Fink: «Er sagte: Am Ende des Tages geht es darum, besser zu sein als dein Gegenspieler und jeden Zweikampf zu gewinnen. Wenn das Elf auf dem Feld schaffen, gewinnst du den Match.»
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