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Jetzt meldenSeit seinem Platzverweis im WM-Viertelfinal gegen Argentinien schweigt Breel Embolo. Co-Trainer Davide Callà schildert im «Heimspiel bei der Nati», wie er seinen Schützling in den Stunden nach dem Schock erlebt hat.
Im WM-Viertelfinal gegen Argentinien trifft Dan Ndoye in der 67. Minute zum 1:1. Die Schweizer machen zu diesem Zeitpunkt den besseren Eindruck als die Argentinier – die Sensation liegt in der Luft. Doch nur fünf Minuten später erleidet die Nati einen herben Dämpfer. Breel Embolo fliegt nach VAR-Intervention wegen einer Schwalbe mit Gelb-Rot vom Platz. Die Schweizer können es nicht fassen, Trainer Murat Yakin übt danach harsche Kritik am Schiedsrichtergespann.
Ob die Leistung des Spielleiters eines Viertelfinals würdig war, darüber lässt sich streiten. Auch die Meinungen unter Schiedsrichter-Experten gehen diametral auseinander. Beim Platzverweis von Embolo hat aber regeltechnisch alles seine Richtigkeit.

Breel Embolo hebt ab und tritt Leandro Paredes in der Luft noch leicht gegen das Schienbein. Kurz darauf wird der Schweizer mit Gelb-Rot vom Platz gestellt.
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Embolos Pech, wenn man das so sagen darf, ist, dass der Schiedsrichter Leandro Paredes für das vermeintliche Foul an ihm die Gelbe Karte zeigt. Weil der Argentinier Embolo aber noch nicht einmal berührt, meldet sich der VAR bei Schiri Joao Pinheiro Paredes. Danach kann der Portugiese gar nicht anders, als die Verwarnung gegen Paredes zurückzunehmen und stattdessen Embolo für seine glasklare Schwalbe Gelb zu zeigen. Weil der Stürmer bereits in der ersten Halbzeit Gelb sieht, fliegt er folgerichtig mit Gelb-Rot vom Platz.
Der Rest ist Geschichte: Die Schweiz kämpft heroisch, rettet sich in die Verlängerung und kassiert dort dann aber noch zwei Gegentore. Der Traum vom Halbfinal ist geplatzt. Ob die Schweiz mit elf Mann das Spiel gewonnen hätte, diese Frage wird man nie beantworten können. Aber es gibt eben auch noch viele weitere Fragen, die bislang ebenfalls unbeantwortet bleiben.
Was hat sich Embolo gedacht, als er an der Seitenlinie plötzlich abhebt und sich theatralisch am Boden windet? Hat er schon in der Luft geahnt, dass er für seine Schauspieleinlage gleich vom Platz fliegen würde? Wie haben die Mitspieler reagiert? Und was hat das alles mit ihm gemacht?
Weil Embolo noch immer schweigt, sind es erneut andere, die über ihn reden. Im Fussball-Talk «Heimspiel bei der Nati» schildert Co-Trainer Davide Callà, was sich nach dem Ausscheiden abgespielt hat. «In der Garderobe war es fast schon gespenstisch ruhig.» Auch bei der Busfahrt danach und im Hotel sei kaum geredet worden. Das sei aber auch völlig normal, denn es sei eine sehr intensive Zeit gewesen und dann sei da plötzlich diese Leere. Da brauche jeder erst mal Zeit für sich.

Der völlig aufgelöste Breel Embolo wird beim Verlassen des Feldes von seinen Teamkameraden getröstet.
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Ganz besonders gilt das für Breel Embolo, der nach seinem Platzverweis unter Tränen – und begleitet vom verletzten Shootingstar Johan Manzambi – in den Katakomben verschwindet. Wie ging es ihm in der Garderobe? Callà schildert, wie Embolo das Gesicht noch immer in den Händen vergraben hatte. «In dem Moment, das weiss ich auch selber, da musst du ihn einfach in Ruhe lassen. Aber klar, im Rahmen der Möglichkeiten habe ich versucht, ihn ein bisschen aufzumuntern. Das hat mir selber auch extrem wehgetan, ihn so zu sehen, weil ich weiss, wie er sonst ist.»
Dass Embolo das Ganze noch nicht wirklich verdaut hat, spürt man am Dienstagmittag beim Nati-Empfang auf dem Turbinenplatz in Zürich. Als er auf die Bühne kommt, jubeln ihm die Fans besonders laut zu. Er winkt nur schüchtern zurück und man erkennt trotz Käppli und Sonnenbrille, dass er erneut gegen die Tränen ankämpft. So macht es zumindest den Anschein. Callà sagt nur: «Dass Breel nicht gerade in Feierlaune ist, das ist auch völlig menschlich und verständlich.»

Breel Embolo winkt beim Nati-Empfang in Zürich den Fans zu.
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