Kehrseite einer fast perfekten Saison – Frankfurt «verliert» 47 Tore

17.7.2019 - 16:51, Patrick Lämmle

Frankfurt-Coach Adi Hütter laufen die besten Spieler davon. Kein Wunder zieht er einen «Lätsch».
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Frankfurt hat in der letzten Saison mit leidenschaftlichen Auftritten in der Europa League – angetrieben von den Fans – über die Landesgrenzen hinweg begeistert. In der Liga ging den Frankfurten allerdings die Puste aus. All das hat grosse Auswirkungen auf die neue Saison.

Rückblick: In der Europa League kegelt Adi Hütters Frankfurt im Achtelfinal Inter Mailand aus dem Wettbewerb, im Viertelfinal Benfica Lissabon. Erst im Halbfinal endet das Märchen, Frankfurt scheitert im Elfmeterschiessen an Chelsea.

Die Doppelbelastung macht sich in den letzten Wochen im Ligabetrieb bemerkbar. Frankfurt holt in den letzten sechs Runden nur noch zwei Punkte und stürzt von Platz vier (fixer Startplatz in der Champions-League-Gruppenphase) auf Platz sieben ab (Europa-League-Quali). Fünf Punkte mehr auf dem Konto und Frankfurt würde in dieser Saison in der Champions League spielen – nicht Leverkusen, das sechs Runden vor Schluss noch zehn Punkte hinter Frankfurt lag.

Frankfurt verliert 47-Tore-Angriff

Die (Miss)-Erfolge haben Auswirkungen. Mit Luka Jovic (Real Madrid) und Sébastien Haller (West Ham) haben zwei der herausragenden Spieler den Verein verlassen. Das spült Frankfurt zwar 110 Millionen Euro in die Kassen, doch es stellt sich die grosse Frage: Wie kann man die beiden Spieler adäquat ersetzen. Jovic hat wettbewerbsübergreifend in 48 Spielen 27 Tore erzielt und sieben vorbereitet. Haller kommt auf 41 Einsätze, dabei hat er 20 Tore geschossen und 12 aufgelegt. In der Bundesliga haben die beiden 32 der insgesamt 60 Treffer erzielt.

Sébastien Haller (links) und Luka Jovic haben Frankfurt verlassen.
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Immerhin ist Ante Rebic noch da, der ebenfalls fleissig geskort hat. Aber Frankfurt muss sich in der Offensive weiter verstärken. Bis dato wurde nur ein Stürmer verpflichtet, der 19-jährige Djan Joveljic kommt für vier Millionen Euro von Roter Stern Belgrad. Doch reicht das? Adi Hütter hätte sicherlich gerne noch einen gestandenen Profi fürs Sturmzentrum. Doch wie attraktiv ist Frankfurt als Arbeitgeber? Geld liegt in der Kasse, aber für all jene, die in der Champions League spielen wollen, ist Frankfurt keine Option.

Adi Hütter beginnt nicht bei Null, das Gerüst steht. Doch ohne Ausnahmekönner lässt sich eine Saison wie die letzte nicht wiederholen.

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