Klopps Entscheid ist nachvollziehbar – aber eine Niederlage für den Fussball

Patrick Lämmle

5.11.2018

Klopp hat entschieden – Xherdan Shaqiri darf nicht mit seinen Teamkollegen nach Belgrad reisen.
Bild: Getty Images

Jürgen Klopp verzichtet in der Champions League beim Auswärtsspiel in Belgrad auf die Dienste von Xherdan Shaqiri. Der Entscheid ist nachvollziehbar, die Begründung stimmt nachdenklich.

Teamintern spielen Nationalitäten im Fussball kaum eine Rolle, da liegen sich Serben und Albaner nach Torerfolgen in den Armen, Argentinier, Brasilianer und Uruguayer verstehen sich blind, Deutsche und Türken kämpfen Seite an Seite. Fussball und der Sport haben eine völkerverbindende Wirkung – zumindest auf dem Rasen.



Doch auf der anderen Seite der Werbebande, auf den Zuschauerrängen und in der Politik, ist schnell Schluss mit dem gegenseitigen Respekt. Dort kann sich der Hass in seinen hässlichsten Formen entfalten. Dass ein Spitzenverein wie der FC Liverpool einknickt und aus Sicherheitsbedenken Xherdan Shaqiri zuhause lässt, darf nicht passieren. Nachvollziehbar ist der Entscheid aber allemal.

«100 Prozent auf den Fussball konzentrieren»

Liverpool-Trainer Jürgen Klopp sagt: «Wir haben von den Spekulationen und dem Gerede gehört, wie Shaq wohl empfangen wird und auch wenn wir keine Ahnung haben, was passieren wird, wollen wir dahin gehen und uns zu 100 Prozent auf Fussball fokussieren. Und nicht über irgendwelche andere Dinge nachdenken müssen. Das ist alles.»

Wahrscheinlich tut Klopp Shaqiri und seinem Team im Endeffekt, auch wenn der Schweizer hätte spielen wollen, tatsächlich einen Gefallen. Doch für den Fussball – und für die Gesellschaft – ist es ein Armutszeugnis, wenn Liverpool in der Champions League nicht nach sportlichen Kriterien selektioniert – sondern aus Angst vor unvorhersehbaren Folgen.



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