Ein einfacher PR-Termin mit ein paar schönen Fotos von Juventus und dem US-Präsidenten? Nicht in politisch schwierigen Zeiten. Und nicht mit Donald Trump.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Beim PR-Termin im Weissen Haus mit Juventus-Spielern nutzte Donald Trump die Bühne vor allem für die eigene politische Agenda.
- Mit einer provokanten Frage zu Frauen im Männerteam und Aussagen zur Migration irritierte Trump die anwesenden Fussballer sichtbar.
- Der Klub verzichtete auffällig auf jegliche öffentliche Kommunikation zum Besuch – ein klares Indiz, dass man keine Freude an Trumps Ego-Show hatte.
Juventus Turin nimmt an der Klub-WM teil. Aktuell weilen die Italiener in Washington. Im Vorfeld vor ihrem Spiel gegen Al Ain aus den Vereinigten Arabischen Emiraten – welches die Alte Dame schliesslich 5:0 gewann – hatten die Juve-Spieler die «Ehre», US-Präsident Donald Trump im Weissen Haus zu treffen.
Die Fussballer wurden gleich Augenzeugen, wie wirr die Atmosphäre im Oval Office aktuell ist. Eigentlich sollte es in Anwesenheit der Kicker und FIFA-Präsident Gianni Infantino um die laufende Klub-WM in den USA gehen. Doch vor den Medienvertretern beantwortete Trump überwiegend Fragen zum Krieg zwischen Israel und dem Iran sowie der Rolle der Vereinigten Staaten – mit den Juve-Profis in seinem Rücken.
Trump bringt Transgender-Debatte ins Spiel
Einige der Profis schienen vom Ablauf etwas irritiert. Der US-Nationalspieler Weston McKennie starrte etwa die meiste Zeit geradeaus. Der Präsident kam über einen Umweg auch auf Transgender-Athleten im Sport zu sprechen: «Könnte eine Frau in eurem Team spielen, Jungs?» McKennie und Landsmann Timothy Weah liessen das unbeantwortet und schauten sich etwas ratlos an.
Juventus-Manager Damien Comolli sagte schliesslich: «Wir haben eine sehr gute Frauenmannschaft.» Woraufhin Trump antwortete: «Aber sie sollten mit Frauen spielen.» Comolli liess das unkommentiert.
Trump will Transmenschen per Dekret von der Teilnahme am Frauensport ausschliessen. Generell wurden in vielen US-Bundesstaaten zuletzt Gesetze verabschiedet, die die Rechte von Transmenschen einschränken. Transmenschen oder Transgender sind Personen, die sich dem Geschlecht, das ihnen bei Geburt zugeschrieben wurde, nicht zugehörig fühlen.
Auch die Migration wollte das Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten thematisieren: «Die Leute kommen, aber sie müssen legal kommen. Wie die Jungs hinter mir. Wenn sie legal kommen, wollen wir sie. Sie müssen sagen, dass sie Amerika lieben, dass sie unser Land lieben. Und wenn sie das nicht sagen können, wollen wir sie nicht.»
Am Pressetermin beantwortete Trump auch Fragen zum Konflikt mit Iran – während die Fussballer von Juventus Turin brav zuhören mussten. Die Freude vom italienischen Rekordmeister, Teil von dieser Show gewesen zu sein, hält sich offenbar in Grenzen. Auf den sozialen Kanälen ist vom PR-Termin nichts zu finden.