Krankenschwester packt aus: «Maradona ist vor seinem Tod gestürzt»

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1.12.2020

Diego Armando Maradona, an Argentine retired professional footballer, poses for a photo on the green carpet while arriving for the The Best FIFA Football Awards 2016 ceremony held at the Swiss TV studio in Zurich, Switzerland, Monday, January 9, 2017. (KEYSTONE/Walter Bieri)
Diego Armando Maradona starb am letzten Mittwoch im Alter von 60 Jahren.
Bild: Keystone

Diego Maradonas Leibarzt Leopoldo Luque wird der fahrlässigen Tötung beschuldigt, dieser ist sich jedoch keiner Schuld bewusst. Nun bringt eine Pflegerin der Fussball-Legende aber neue Details ans Licht.

Für Leopoldo Luque und sein Ärzteteam wird es immer ungemütlicher. Nachdem Ermittler am Sonntag das Haus und die Praxis von Maradonas Leibarzt durchsucht hatten, um nach Hinweisen auf Verfehlungen des Mediziners zu fahnden, lässt eine Pflegerin nun eine Bombe platzen.

Krankenschwester Gisela Madrid hat über ihren Anwalt verraten, wie die argentinische Fussball-Legende die letzten Tage vor seinem Tod wirklich verbracht hat: Demnach sei Maradona nur wenige Tage nach seiner Hirn-OP in seinem Haus gestürzt, aber nicht behandelt worden.



«Diego ist eine Woche vor seinem Tod in seinem Haus gestürzt und ist dabei auf den Kopf gefallen», so die brisante Behauptung von Rodolfo Baqué, dem Anwalt der Krankenschwester, im argentinischen Fernsehen. «Aber sie brachten ihn nicht für eine Untersuchung ins Krankenhaus», wird Baqué in der italienischen Zeitung «Repubblica» zitiert. 

Und weiter: «Maradona ist zwar nicht auf die Seite gefallen, auf der vorher ein Blutgerinnsel entfernt wurde. Trotzdem hätte man einen Arzt rufen sollen. Doch das wurde nicht gemacht. Man hat ihn einfach aufgehoben und ins Bett gelegt.» Die Ärzte hätten Maradona nach dem Sturz drei Tage alleine in seinem Zimmer gelassen.

«... dann würde er heute noch leben»

Der Puls des 60-Jährigen sei viel zu hoch gewesen, beteuert Baqué: «Er hatte einen Herzschlag von 115 pro Minute, am Tag vor seinem Tod waren es noch 109. Ein Mensch mit Herzproblemen sollte auf keinen Fall mehr als 80 Schläge pro Minute haben.» Maradona sei aber nicht behandelt worden. Baqué: «Er hätte die besten Ärzte der Welt haben können, aber sie haben ihn dort einfach liegen lassen. Hätte man ihn in eine Klinik gebracht, würde er heute noch leben.»

Leibarzt Leopoldo Luque wies am Sonntag alle Vorwürfe von sich und sagte unter Tränen, er habe sich nichts vorzuwerfen. Maradona hätte nicht mehr ins Krankenhaus gewollt und beschlossen, sich zu Hause behandeln zu lassen. «Er starb an einem Herzinfarkt und es war nicht vorhersehbar», so Luque, der angibt, dass es Maradona vor dem Tod gut gegangen wäre. «Das ist nicht wahr», antwortet Baqué. «Maradonas Herz hatte deutliche Anzeichen gesendet, aber niemand hörte ihnen zu.» 


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