Cristiano Ronaldo erhält nach seiner Roten Karte gegen Irland eine ungewöhnliche Sperre und darf bei der WM nun doch schon im ersten Spiel der Portugiesen auflaufen. Ex-Spitzenschiedsrichter Urs Meier kritisiert die FIFA für den Entscheid.
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- Cristiano Ronaldo darf bei der WM im ersten Spiel für Portugal antreten, da seine Rotsperre nur ein Spiel umfasst und dieses bereits abgesessen ist.
- Zwei weitere Spiele wurden von der FIFA zur Bewährung ausgesetzt und treten nur bei einem erneuten Vergehen in Kraft.
- «Die FIFA sollte klar handeln: Es gibt eine Spielsperre, zwei oder eben drei. Alles andere ist Wischiwaschi», sagt Urs Meier.
Cristiano Ronaldo kann bei der Weltmeisterschaft wohl doch schon im ersten Spiel für Portugal auflaufen. Die Sperre des Superstars nach seiner Roten Karte im Qualifikationsspiel gegen Irland gilt – anders als von vielen erwartet – nur für ein Spiel fix. Zwei weitere Partien sind vom Weltverband FIFA zur Bewährung ausgesetzt. Die feste Sperre für ein Spiel hat der 40-Jährige bereits beim 9:1 seines Nationalteams gegen Armenien abgesessen.
Ronaldo war am 13. November nach einem Ellenbogenschlag gegen Irlands Dara O'Shea vom Platz gestellt worden. Wären die zwei Spiele nicht zur Bewährung ausgesetzt worden, hätte er zum Start seiner Mannschaft beim Turnier in den USA, Mexiko und Kanada im kommenden Sommer zuschauen müssen.
Urs Meier und Rolf Fringer äussern sich kritisch
Urs Meier, der in seiner Zeit als Spitzenschiedsrichter an der EM 2004 das Vergnügen mit Ronaldo hatte, vertritt eine klare Meinung zu der Sache. «Spielsperren auf Bewährung? Das öffnet Tür und Tor. Sollen dann auch in unteren Ligen Sperren auf Bewährung ausgesprochen werden? Nein, die FIFA sollte klar handeln: Es gibt eine Spielsperre, zwei oder eben drei. Alles andere ist Wischiwaschi. Das ist kein gutes Zeichen, das hier ausgesendet wird», sagt Meier zu blue Sport.
Auch blue Sport Experte Rolf Fringer hat einen solchen Fall «noch nie gesehen». Die FIFA müsse mit solchen Entscheiden aufpassen, weil bei einem ähnlichen Vorfall in Zukunft womöglich auch andere Teams und Spieler auf solche Bewährungsstrafen pochen. «Es ist heikel, was die FIFA macht», sagt Fringer.
CR7 peilt seine sechste WM-Teilnahme an. Die zur Bewährung ausgesetzte Zwangspause von zwei weiteren Partien wird einem Bericht der Nachrichtenagentur AP zufolge nur aktiv, wenn der frühere Weltfussballer einen weiteren Verstoss ähnlicher Art begeht.
Üblicherweise wird für eine Tätlichkeit eine Zwangsauszeit von drei Spielen festgelegt. Die Richter der FIFA können aber auch mildernde oder strafverschärfende Umstände geltend machen. Ersteres ist offenbar passiert. Für Ronaldo war es in seinem 226. Länderspiel der erste Platzverweis.