In der zweiten niederländischen Liga kommt es am Wochenende für den FC Den Bosch zu einem speziellen Szenario. Eine Niederlage könnte dem Klub im Aufstiegsrennen mehr helfen als ein Sieg.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- In der niederländischen 2. Liga könnte ein Sieg von Den Bosch am letzten Spieltag paradoxerweise die eigenen Playoff-Chancen verschlechtern.
- Grund ist das spezielle Ligasystem mit Periodenwertungen, durch das andere Teams indirekt über die Qualifikation entscheiden.
- Eine Niederlage gegen ADO Den Haag könnte Den Bosch stattdessen den Einzug in die Aufstiegs-Playoffs sichern.
In der 2. Liga der Niederlande, der Keuken Kampioen Divisie, sorgt vor dem letzten Spieltag die Situation rund um FC Den Bosch für ein skurriles Szenario. Vor dem Spiel gegen ADO Den Haag steht der Klub als sicherer Neunter der Tabelle sportlich zwar akzeptabel da, doch die Rechenspiele um die Aufstiegs-Playoffs in die Eredivisie führen zu einer kuriosen Ausgangslage.
Durch den gesicherten neunten Platz ist Den Bosch eigentlich bereits auf Kurs in Richtung Aufstiegsrunde. Doch genau dieser Platz ist unsicher, abhängig davon, wie sich die sogenannte Periodenwertung entwickelt. Sollte Vitesse Arnheim die vierte Periode gewinnen, könnte sich das Bild im Aufstiegskampf komplett drehen. Vitesse ist aktuell Dritter der Periodenrangliste hinter Willem II und Den Boschs Gegner ADO Den Haag und mischt damit indirekt im Play-off-Rennen mit.
Wichtig zu wissen ist, das Ligasystem der Keuken Kampioen Divisie ist nicht gerade üblich. Die Saison wird in vier sogenannte Perioden unterteilt. Jede dieser Perioden umfasst einen festgelegten Abschnitt von meist rund acht bis zehn Spieltagen, für die jeweils eine separate Tabelle geführt wird. Entscheidend ist dabei die Punktzahl aus dem jeweiligen Zeitraum, unabhängig von der Gesamttabelle der Liga. Am Ende jeder Periode wird das Team mit den meisten Punkten in der Periode zum Periodensieger gekürt und ist dadurch berechtigt, an den Aufstiegs-Playoffs teilzunehmen.
Ein Sieg als Stolperfalle im Aufstiegskampf
Die Aufstiegs-Playoffs werden am Saisonende ausgespielt und entscheiden neben den direkten Aufstiegsplätzen über den Sprung in die Eredivisie. Durch dieses Format bleibt die Liga über die komplette Spielzeit hinweg spannend, weil auch Mannschaften aus dem Tabellenmittelfeld durch eine starke Phase noch eine Aufstiegschance bekommen.
Ausnahmen gibt es bei Mehrfachsiegen oder nicht aufstiegsberechtigten Teams wie den zweiten Mannschaften der Eredivisie-Klubs. Gewinnt ein Team mehrere Perioden oder ist nicht aufstiegsfähig, wird der Playoff-Platz an das nächstbeste Team der jeweiligen Periode oder der Gesamttabelle weitergereicht.
Und genau dadurch kommt es nun zu einem skurrilen Szenario. Ein Sieg von Den Bosch gegen Den Haag könnte sich negativ auf die Aufstiegschancen des Klubs auswirken. Durch einen Erfolg würde man Den Haag schwächen und gleichzeitig Arnheim die Chance geben, die entscheidende Periode zu gewinnen. Dies hätte wiederum zur Konsequenz, dass Den Bosch trotz Tabellenplatz neun aus den Playoffs fallen könnte.
Vitesse trotz 12-Punkte-Abzug im Aufstiegsrennen
Das Ligamodell sorgt nun also dafür, dass Den Bosch eine Niederlage den Weg in die Aufstiegs-Playoffs ebnen würde. Sollte Den Bosch gegen ADO Den Haag verlieren, bleibt ADO als bereits qualifizierter Klub vor Vitesse in der aktuellen Periodenwertung. Das entscheidende Zusatz-Ticket für die Playoffs würde dadurch an das bestplatzierte Team ohne bereits gesicherten Platz in der Gesamttabelle fallen. Dieses wäre in diesem Szenario der FC Den Bosch.
Durch die Logik des Ligasystems gilt für den FC Den Bosch in diesem Fall am kommenden Spieltag, dass es sportlich besser wäre, zu verlieren. Wodurch der Wettbewerbsgedanke natürlich ad absurdum geführt wird.
Kurios ist zudem, dass Vitesse überhaupt im Aufstiegsrennen mitwirken kann. Denn der Klub startete zu Saisonbeginn mit einem Abzug von zwölf Punkten aufgrund von finanziellen Unregelmässigkeiten in die Spielzeit. Allerdings scheint auch ein Punktabzug in diesem Ligasystem nicht zum Hindernis zu werden.