Die Karriere von Johan Manzambi geht steil nach oben. Vor dem Europa-League-Final mit Freiburg spricht der Schweizer Nati-Spieler mit blue Sport über seine Lieblingsposition, Real-Madrid-Gerüchte und seinen Marktwert.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Johan Manzambi steht mit Freiburg im Europa-League-Final gegen Aston Villa und hat sich in kurzer Zeit vom Talent zum Schlüsselspieler und Nationalspieler entwickelt.
- Der 20-jährige Genfer bleibt trotz Real-Madrid-Gerüchten und angeblichem 50-Millionen-Preisschild gelassen. Sein Fokus liege darauf, sich täglich zu verbessern und gute Leistungen zu zeigen.
- Manzambi fühlt sich auf fast allen Positionen wohl. Im Klub spielt er häufiger im Zentrum, in der Nati mehr auf dem Flügel.
Der SC Freiburg ist im Hoch: In der Bundesliga klassierten sich die Breisgauer auf Platz 7 – noch mehr bejubelt wurde der historische Europacup-Coup. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte erreichte Freiburg den Europa-League-Final.
Mi 20.05. 20:10 - 00:30 ∙ blue Sport Live ∙ SC Freiburg - Aston Villa FC
Event ist beendet
Mit einem Sieg gegen Aston Villa würde sich das Team von Julian Schuster gar für die Champions League qualifizieren. Mittendrin ist der Schweizer Nationalspieler Johan Manzambi, der beim Bundesligisten innert kürzester Zeit zum Schlüsselspieler gereift ist. Er nimmt die Euphorie rund um seinen Arbeitgeber natürlich wahr, obwohl er lieber zuhause als draussen unterwegs sei.
«Ich kann spüren, dass die Fans sehr glücklich sind. Wir sind auch selber sehr stolz auf uns», sagt Manzambi im Interview mit blue Sport und ergänzt: «Es herrscht eine besondere Stimmung.»
Den Einzug ins Endspiel haben die Freiburger auch Manzambi zu verdanken, der gegen Braga mittels sehenswertem Schlenzer herrlich zum zwischenzeitlichen 2:0 traf.
«Das war ein sehr wichtiges Tor, aber nicht mein schönstes», findet der Genfer, der 2023 im Alter von 17 Jahren von den Servette-Junioren in die Nachwuchsabteilung des Bundesligisten wechselte.
Den schönsten Treffer in seiner noch jungen Karriere hat Manzambi nach eigener Aussage gegen Bayern erzielt. Am Ende verlor der SC Freiburg zwar gegen das Star-Ensemble noch mit 2:3, aber der Schweizer zeigte, dass er mit den ganz Grossen mithalten kann.
Glücklich über Schweinsteiger-Lob
Mit Bayern-Legende Bastian Schweinsteiger hat er schon einen grossen Fürsprecher. Der Weltmeister von 2014 überschüttete zuletzt in seiner Experten-Rolle Manzambi mit Lob.
«Das bedeutet sehr viel für mich. Als Kind habe ich ihm zugeschaut – das macht mich sehr, sehr glücklich», so der bereits zehnfache Internationale. In der Nati ist ihm besonders sein Treffer gegen Schweden in Erinnerung, als er vor Heimpublikum in Genf als Joker traf. «Vor meiner Familie, in meiner Stadt, für mein Land – das war sehr schön», blickt er stolz zurück.
Seine sportliche Entwicklung hatte auch Einfluss auf seine Persönlichkeit. Vor einem Jahr sei er noch «eine andere Person» gewesen. Jetzt sei er deutlich «offener» und habe auch eine «andere Beziehung» zu den Fans. Durch seine gestiegene Bekanntheit müsse er jeden Tag ein Vorbild sein, erläutert Manzambi.
Seine tollen Auftritte haben auch seinen Marktwert rasant gesteigert. In Medienberichten ist von 50 Millionen Euro die Rede, falls ein interessierter Klub ihn aus dem bis 2030 laufenden Vertrag in Freiburg loseisen will.
Die irren Summen um seine Person sind Manzambi «egal». Sein Fokus liegt auf dem Platz: «Ich will jeden Tag besser werden und hoffe, dass ich in jedem Spiel gute Leistungen zeigen kann.»
Bei Yakin andere Rolle als im Klub
Ob er nun im Sommer einen Wechsel anstrebt, weiss er noch nicht. Er müsse das mit Familie, Berater sowie mit dem Verein besprechen. «Mal schauen, was ich mache – ich hoffe, dass wir eine gute Entscheidung treffen», resümiert Manzambi.
Der 20-Jährige kann aktuell noch nicht sagen, ob er lieber einen Zwischenschritt einbauen will oder gleich bei einem Top-Klub unterschreibt. «Vielleicht bleibe ich auch hier, ich weiss es ehrlich noch nicht», hält Manzambi fest.
Unter den Klubs, welche den Schweizer locken, soll sich auch Real Madrid befinden. Ob er sich einen Wechsel zu den Königlichen vorstellen kann? «Das habe ich auch mitbekommen, aber ich weiss nicht, ob da was dran ist oder nicht», kommentiert er lachend das Gerücht.
Während der Mittelfeld-Motor im Verein oft in der Zentrale ran darf, sieht ihn Nati-Trainer Murat Yakin mehr auf der Seite. «Er mag mich lieber offensiv», meint Manzambi und führt aus: «Ich bin bereit – ob auf dem Flügel, die Zehner- oder Achter-Position ... sogar auf der Neun kann ich spielen», zählt die Allzweckwaffe der Nati auf.
Kein Wunder, hat er keine Lieblingsposition: «Es kommt drauf an, was das System ist.» Er fühle sich überall gut. «Auch als Sechser», erläutert Manzambi.
Vor dem WM-Abenteuer mit der Nationalmannschaft steht am Mittwoch das Europacup-Endspiel in Istanbul an. Ob er Premier-Ligist Aston Villa in der Favoritenrolle sieht? «Sie sind im Final, also sind sie eine gute Mannschaft – aber wir stehen auch dort», unterstreicht Manzambi und ergänzt: «Ich hoffe, dass wir jetzt den Pokal holen.»