Interview Messi: «Der Körper entscheidet, ich muss mehr Sorge zu mir tragen als früher»

SB10

18.10.2019

Lionel Messi holte diese Woche mit dem goldenen Schuh eine weitere Auszeichnung.
Lionel Messi holte diese Woche mit dem goldenen Schuh eine weitere Auszeichnung.
Bild: Getty

Lionel Messi wurde am Mittwoch zum sechsten Mal mit dem goldenen Schuh als erfolgreichster Torjäger Europas ausgezeichnet. Dabei gewährte der 32-jährige Weltfussballer der «Marca» eines seiner seltenen Interviews.

Lionel Messi  ...

... ob er sich im Laufe der Zeit noch zu einem Mittelfeldspieler entwickelt

«Es kommt darauf an, wie es läuft. Jetzt lasse ich mich auf dem Platz normalerweise etwas tiefer fallen, um mit dem Mittelfeld in Kontakt zu bleiben. Ich weiss nicht, was in Zukunft passieren wird.»

... wie lange er noch weitermacht

«Man realisiert selbst, wie lange man noch weiterspielen kann. Ich werde es mit der Zeit herausfinden. Ich werde der Erste sein, der sagt: ‹Ich bin so weit gekommen und kann jetzt nicht mehr weiter›, oder dass ich mich immer noch gut genug fühle, um weiterzumachen. Im Laufe der Jahre werde ich es herausfinden.»

... ob Marc-André ter Stegen oder Manuel Neuer in der deutschen Nationalmannschaft die Nummer 1 sein sollte und was ihre Stärken sind

«Es sind beides zwei grossartige Torhüter und haben ähnlichen Eigenschaften: Sie lesen das Spiel sehr gut, spielen mit den Füssen wie ein Mittelfeldspieler und sind sehr schnell zwischen den Pfosten. (...)»

... über seine Verletzungen in dieser Saison

«Es ist schwierig, weil du psychisch bereit bist und denkst, dass du wie 25-jährig bist und die gleichen Dinge wie damals tun kannst. Aber der Körper entscheidet und man muss vorsichtiger sein als früher. Die Anpassung daran ist ein Prozess, man macht etwa eine andere Vorbereitung auf das Training und die Spiele.»

Der argentinische Ausnahmekönner muss inzwischen öfters pausieren.
Der argentinische Ausnahmekönner muss inzwischen öfters pausieren.
Bild: Getty

... über Virgil van Dijk

«Er ist ein Verteidiger, der ein gutes Timing hat und auf den richtigen Moment wartet, um den Angreifer zu stellen und herauszufordern. Dazu ist er gross und sehr schnell, aber er ist trotzdem sehr beweglich für seine Statur.»

... über den Ratschlag von Cristiano Ronaldo, seine Komfortzone in Barcelona zu verlassen und in anderen Ligen eine Herausforderung zu suchen

«Jeder sucht nach seinen eigenen Zielen und Erfahrungen. Ich hatte nie das Bedürfnis, den besten Klub der Welt zu verlassen. Ich trainiere und spiele gerne hier und mag die Stadt. Ich war mir immer sicher, was die Ziele dieses Klub angeht und brauchte sie nie irgendwo anders zu suchen.»

... ob er überrascht war über den mutigen Auftritt von Inter Mailand

«Ich war nicht überrascht, weil wir wussten, was auf uns zukommen würde. Ich hatte sie in der italienischen Liga gesehen, wo sie sehr gut begonnen haben – sie kämpfen dort gegen Juventus auf Augenhöhe, was nicht einfach ist. Wir studierten sie vor dem Spiel, also wussten wir, dass es gegen ein sehr organisiertes Team geht, welches mit Herz und vielen Automatismen spielt.»

... ob er enttäuscht ist, den Puskas-Preis (das schönste Tor des Jahres) nicht gewonnen zu haben

«Ich sage immer, dass Einzelauszeichnungen nicht meine Ziele sind. Also sind Weltfussballer, Ballon d'Or oder der Goldene Schuh nicht meine Ziele, und noch weniger das beste Tor des Jahres.»

... ob er irgendwelche Angewohnheiten oder Routinen hat

«Ich habe viele. Vor dem Schlafen stelle ich gerne den Tisch für den nächsten Morgen bereit. Beim Frühstück muss jeder immer an seinem Platz, am gleichen Ort sein. Und wenn ich nach Hause komme, ziehe ich meine Schuhe sofort aus und wenn ich mich bei anderen Leuten wohl fühle, mache ich es auch bei ihnen zuhause. Ich habe auch noch andere, welche ich aber lieber für mich behalte.»

... wie viele Nachrichten er nach einer Auszeichnung etwa bekommt

«Viele, in der letzten Zeit waren es etwa 300. Es gab einige Leute, von denen ich nicht mal wusste, dass sie meine Nummer hatten. Zuhause versuchen wir aber, die Handys beiseite zu lassen und Dinge zusammen zu tun und uns nicht ablenken zu lassen.»

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