Tami-Klartext zu Okafor «Mit solchen Interviews wird die Situation nicht besser für ihn»

Jan Arnet

10.11.2025

Tami zu Okafor: «Wir brauchen keine Entschuldigung»

Tami zu Okafor: «Wir brauchen keine Entschuldigung»

Noah Okafor hat sich enttäuscht von Nati-Trainer Murat Yakin und dem SFV gezeigt, nachdem er zu wiederholten Mal nicht fürs Nationalteam aufgeboten wurde. Nati-Direktor Pierluigi Tami nimmt Stellung.

10.11.2025

Noah Okafor hat sich enttäuscht von Nati-Trainer Murat Yakin und dem SFV gezeigt, nachdem er zum wiederholten Mal nicht fürs Nationalteam aufgeboten wurde. Nati-Direktor Pierluigi Tami nimmt Stellung.

Jan Arnet

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Noah Okafor kritisiert in einem Interview mit «The Athletic» seine Nicht-Berücksichtigung für die Nati deutlich und beklagt fehlenden Kontakt zu Trainer Murat Yakin und Direktor Pierluigi Tami.
  • Tami zeigt Unverständnis für Okafors öffentliche Aussagen und betont, dass er sich mit Leistung und Teamgeist wieder ins Aufgebot spielen müsse. «Aber solche Aussagen kann ich nicht verstehen.»
  • Für die Schweiz stehen nun die entscheidenden WM-Quali-Spiele gegen Schweden und Kosovo im Fokus – im besten Fall läst die Nati das Ticket für die WM 2026 schon am Samstag.

Ein Interview von Noah Okafor in der englischen Zeitung «The Athletic» sorgte vergangene Woche für Aufregung. Darin liess der Leeds-Stürmer mächtig Dampf ab, weil er für die anstehenden WM-Qauli-Spiele der Schweiz erneut im Aufgebot fehlt und es «nur» auf die Pikett-Liste schaffte.

«Es macht mich wirklich, wirklich traurig», meinte Okafor und stellte klar, dass er seit seinem letzten Nati-Einsatz im November 2024 keinen Kontakt mehr zu Murat Yakin oder Nati-Direktor Pierluigi Tami hatte. «Sie rufen mich nicht einmal an oder fragen mich. Für mich ergibt das keinen Sinn.»

Es wird gemunkelt, dass Okafor bei seinen letzten Nati-Auftritten – etwa bei der EM 2024, wo er keine Sekunde spielte – nicht die richtige Einstellung an den Tag gelegt habe und sogar für schlechte Stimmung sorgte. Deshalb sei er bei Yakin aktuell aussen vor.

Tami: «Sowas öffentlich auszutragen, ist nicht richtig»

Bereits vor einem Monat wurde Okafors Absenz beim Nati-Zusammenzug zum Thema. Damals sagten Tami und Yakin, dass die Tür für den 25-Jährigen weiter offen sei. Er müsse gute Leistungen auf dem Platz zeigen und könne so wieder zu einer Option werden.

Die kritischen Aussagen sorgen nun aber weiter für Stirnrunzeln bei den SFV-Verantwortlichen. «Ich kann seine Aussage überhaupt nicht verstehen. Wenn ich ein Problem habe, greife ich zum Telefon, rufe den Trainer an und frage nach. Aber sowas öffentlich auszutragen, ist nicht richtig», sagt Tami beim Nati-Zusammenzug am Montag.

Noah Okafor spielt in den Plänen von Murat Yakin aktuell keine Rolle.
Noah Okafor spielt in den Plänen von Murat Yakin aktuell keine Rolle.
Keystone

Und weiter: «Ich weiss, dass Okafor Qualität mitbringt und würde das gerne auch in der Nati sehen. Mit solchen Interviews wird es aber nicht besser für ihn. Solche Aussagen bringen ihm nichts.» Ein Spieler dürfe seine eigenen Probleme nicht über die der Mannschaft stellen, macht Tami klar.

Klärendes Gespräch nach den WM-Quali-Spielen?

Nichtsdestotrotz sei die Nati-Tür für Okafor nicht zu. Der Offensivmann müsse aber mit Leistungen überzeugen und auch zeigen, dass er sich mit der Mannschaft und ihren Zielen identifizieren kann. Das habe er Okafor auch am Telefon mitgeteilt, so der Nati-Direktor.

Tami: «Für mich liegt der Fokus jetzt voll auf den beiden kommenden Spielen. In diesen entscheidenden Spielen will Yakin sicher nichts experimentieren. Danach werde ich aber etwas unternehmen und auch versuchen, die Sache in einem persönlichen Gespräch zu klären. Nach diesen zwei Spielen können wir wieder über Noah diskutieren, aber jetzt ist nicht der richtige Moment dafür.»

Im Fokus stehen jetzt die Partien gegen Schweden und Kosovo. Im besten Fall ist die Nati bereits am Samstag nach dem Schweden-Spiel in Genf für die WM 2026 qualifiziert. Dafür muss die Schweiz aber mehr Punkte holen als der Kosovo im Parallelspiel auswärts gegen Slowenien. «Wir müssen für beide Spiele bereit sein und dürfen noch nicht zu viel rechnen», sagt Tami. «Wir müssen das WM-Ticket nicht unbedingt am Samstag schon lösen.»

Zusammenzug der Schweizer Nationalmannschaft in Lausanne

Zusammenzug der Schweizer Nationalmannschaft in Lausanne

Die Schweizer Nati von Trainer Murat Yakin bereitet sich auf die letzten WM-Qualifikationsspiele vor. Am Samstag geht es in Genf gegen Schweden, danach auswärts im Kosovo.

10.11.2025