Nach Sané-Wechsel: Havertz-Transfer «nicht möglich» – geht Thiago?

dpa/tbz

4.7.2020 - 14:37

Der FC Bayern hat nach der Verpflichtung Leroy Sanés mit «grossen finanziellen Herausforderungen» zu kämpfen.
Bild: Keystone/Getty

Nach dem Wechsel von Leroy Sané fehlt den Bayern das nötige Kleingeld für weitere Top-Einkäufe. Vorstandsboss Rummenigge hält einen Transfer von Kai Havertz in diesem Jahr finanziell für nicht möglich. Thiago könnte die Münchner verlassen. Jürgen Klopp soll interessiert sein.

Der FC Bayern hält eine zeitnahe Verpflichtung von Fussball-Nationalspieler Kai Havertz für unrealistisch, Thiago kann sich hingegen wohl einen vorzeitigen Abschied vorstellen.

«Ich sage es ganz klar: Ein Transfer von Havertz wird uns finanziell in diesem Jahr nicht möglich sein», sagte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in einem Sport1-Interview. «Auch wir haben finanziell eine ganz grosse Herausforderung vor uns. Wir würden es, auch wenn wir den Spieler mögen, finanziell in diesem Jahr nicht heben können», versicherte Rummenigge auch der «Bild».

Mittelfeldspieler Thiago könnte angeblich noch in diesem Sommer den deutschen Fussball-Rekordmeister verlassen. Der FC Liverpool von Jürgen Klopp arbeitet spanischen Medienberichten zufolge an der Verpflichtung des 29-Jährigen. Am Freitag wird berichtet, dass sich der Spanier mit dem englischen Meister bereits einig sei. Bayern verneint hingegen eine Einigung.

«Mit Liverpool haben wir noch nie Kontakt gehabt. Doch es sieht so aus, dass er zum Ende seiner Karriere noch einmal etwas Neues machen möchte. Wenn er das machen will, müssen wir uns damit beschäftigen», sagte Rummenigge vor dem Cup-Finale am Samstag gegen Bayer Leverkusen. Er stellte aber auch klar: «Wir wollen keinen Spieler im nächsten Jahr kostenlos verlieren. Das sage ich ganz deutlich.» Thiagos Vertrag läuft im Sommer 2021 aus.

«Grosse finanzielle Herausforderungen» auch für die Bayern

Offensivspieler Havertz von Finalgegner Leverkusen gilt indes seit längerer Zeit als Kandidat bei den Münchnern und auch ausländischen Top-Clubs. Dass der 21-Jährige in diesem Sommer nach München geholt wird, ist angesichts der Ausgaben für Neuzugang Leroy Sané in herausfordernden Corona-Zeiten und einer auf 100 Millionen Euro taxierten Ablöse aber nicht wahrscheinlich.

Fussball-Europa und auch der FC Bayern stünden «aktuell vor grossen finanziellen Herausforderungen, so lange nicht wieder vor Zuschauern gespielt werden kann», erklärte Rummenigge (64). Jeder kenne «die Grössenordnung, die Rudi Völler bei Bayer Leverkusen im Hinterkopf hat».

Bayer-Sportdirektor Völler zufolge gibt es in der Causa Havertz «nichts Konkretes, nichts zu vermelden». Er persönlich hoffe, «dass er noch ein Jahr bleibt». Aber: «Wir haben eine Vereinbarung: Wenn es passt, kann er auch diesen Sommer gehen», sagte Völler im «Bild»-Talk.

Über eine feste Verpflichtung von Leihspieler Ivan Perisic (31, Inter Mailand) über diesen Sommer hinaus hat der FC Bayern Rummenigge zufolge «noch nicht final entschieden. Aber ich betone noch einmal: auch der FC Bayern steht vor grossen wirtschaftlichen Herausforderungen.»

Rummenigge schloss bei Sport1 generell weitere Verpflichtungen, aber auch Verkäufe von Profis nicht aus. «Wir müssen in einer gewissen Kontinuität Transfers tätigen», meinte der Bayern-Chef. «Ich schliesse auch nicht aus, dass wir den ein oder anderen Spieler abgeben werden, um finanziell einen Ausgleich zu schaffen».

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