George Best (†59) überstrahlt alle Nordirlands ewige Suche nach dem nächsten Superstar

Patrick Lämmle

21.3.2025

In Gesellschaft von Frauen fühlte sich George Best besonders wohl.
In Gesellschaft von Frauen fühlte sich George Best besonders wohl.
Bild: Twitter

George Best war ein begnadeter Fussballer und Lebemann, der weit über die Landesgrenzen faszinierte. Auf einen Spieler seines Formats wartet Nordirland seit über 40 Jahren vergebens.

Patrick Lämmle

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Die Schweizer Nati bestreitet am Freitag ein Testspiel gegen Nordirland.
  • Im Team von Nordirland versucht man vergebens nach grossen Namen. Der wertvollste Spieler (25 Millionen Euro) wäre Conor Bradley vom FC Liverpool. Doch der 21-Jährige fehlt verletzt.
  • Nordirland hat als Fussball-Nation keine grossen Erfolge gefeiert. Mit George Best, der 2005 im Alter von 59 Jahren verstarb, brachten sie aber einen der grössten Fussballer aller Zeiten heraus.

In der Wahl des besten Fussballers des 20. Jahrhunderts durch eine FIFA-Fachjury landete George Best hinter Pelé, Alfredo Di Stefano, Diego Maradona und Franz Beckenbauer auf dem 5. Platz. «Er ist der grösste britische Fussballer von allen. Wer ihn auf dem Platz spielen gesehen hat, wird ihn nie vergessen.» Diese Worte gingen einst Trainerlegende Sir Alex Ferguson über die Lippen.

Best war in den 60er- und frühen 70er-Jahren sowas wie der erste umjubelte Popstar des Fussballs. Denn abseits des Platzes schlug er immer wieder über die Stränge. Von ihm stammt auch das bekannte Zitat: «Ich habe viel Geld für Alkohol, Frauen und schnelle Autos ausgegeben. Den Rest hab ich einfach verprasst.»

Alkoholismus und Depressionen warfen den Stürmer, der besonders bei Manchester United seine Spuren hinterliess, aber früh aus der Bahn. Am 25. November 2005 starb Best im Alter von 59 Jahren an den Folgen einer Niereninfektion. Bis heute gilt er als der wohl beste Spieler, der weder an einer WM noch EM teilnehmen konnte. Seine Mitspieler im Nationalteam waren mehrheitlich Amateure, die Länderspiele betrachte er als Hobby. In Nordirland sind sie sich trotzdem einig: «Maradona good, Pelé better, George Best!»

Der wertvollste Nordire fehlt gegen die Schweiz

Wenn die Schweiz am Freitag in Nordirland ein Testspiel bestreitet, dann trifft sie auf eine Mannschaft, die wenig Glanz versprüht. 2016 haben sich die Nordiren das erste und bislang einzige Mal für eine EM qualifiziert und dank eines 2:0-Sieges gegen die Ukraine gar den Achtelfinal erreicht. Dort war dann Wales Endstation. Es war ein Strohfeuer. Denn seither hat Nordirland alle grossen Turniere verpasst.

In der letzten EM-Quali scheiterte das Team krachend und belegte hinter Dänemark, Slowenien, Finnland und Kasachstan nur den 5. Platz in der Gruppe – einzig San Marino war noch ein bisschen schlechter. Und auch wenn die Hoffnung zuletzt stirbt: Es käme einer Überraschung gleich, sollte sich Nordirland für die WM 2026 qualifizieren.

Denn ein Blick auf den Kader zeigt: Stars sucht man vergebens. Conor Bradley wäre noch der schillerndste Name im Team von Michael O'Neill. Doch ausgerechnet er fehlt gegen die Schweiz. Der 21-jährige Verteidiger des FC Liverpool, Marktwert 25 Millionen Euro, hat sich Mitte Februar verletzt.

Der Nordire mit dem zweithöchsten Marktwert (10 Millionen Euro) ist Shea Charles. Der 21-jährige Mittelfeldspieler spielt bei Sheffield Wednesday in der Championship, der zweithöchsten englischen Liga – so wie dies viele seiner nordirischen Teamkollegen tun.

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